Teich Tiere

Der Naturteich – eine Mördergrube ?

15. April 2017
Seit 2014 haben wir wieder einen Teich im Garten (zum anstrengendenTeichbau geht es HIER) .

Einen Naturteich ohne Fische.

Er wurde nach dem Prinzip von Naturagart aufgebaut mit Ufergraben und Schutzmatte und  mit Lehmsand belegter Teichfolie. Das Ziel ist, ihn möglichst nährstoffarm zu halten. Das Wasser bleibt schön klar, man kann tief gucken.

Der Tag war gerade mal einen Tag mit Wasser gefüllt, das waren schon die ersten Bewohner eingezogen. Käfer, die übers Wasser laufen und ein Gelbrandkäfer. Man könnte denken, der hat in Lauerstellung gelegen, um wonnevoll ins neue Zuhause einzuziehen.

Bachstelze

Wir freuen uns über Vögel, die aus dem Teich trinken oder ein ausgiebiges Wasserbad nehmen. Amseln machen das sogar im Winter, die sind hart im Nehmen. Hier mal eine Bachstelze.
Bachstelze badend
Libellen schwirren umher und legen ihre Eier an den Pflanzen ab.
Gelegentlich schaut ein Reh vorbei.
Was ich am alten Teich besonders schön fand, war das zahlreiche Vorhandensein von Fröschen und Kröten im Garten. Ich bin sicher, einige von ihnen sind in meinem im fortgeschrittenen Stadium maroden Teich geboren worden. So war unsere Freude groß, als wir in 2015 ein große Menge Krötenlaich im neuen Teich fanden. Die Kaulquappen wuchsen zügig.
Krötenlaich

Kaulquappen

Und wurden im Lauf der nächsten Tage und Wochen immer weniger, bis keine einzige mehr gesichtet wurde. Nicht etwa, weil sie sich zu erwachsenen Kröten entwickelt hätten. Nein, sie sind schlicht und ergreifend gefressen worden.

Gefressen von anderen Teichbewohnern, nämlich den räuberischen Libellen- und Gelbrandkäferlarven sowie den Gelbrandkäfern selbst. Als ich sie das erste Mal im Teich entdeckte, dachte ich zuerst, nun hätten wir Molche im Teich. Aber Molche schlüpfen nicht aus einer Hülle, wie ich sie letztes Jahr dünnhäutig am Ufer fand.

Wir waren ein wenig enttäuscht und ich machte mich im Netz schlau.

Ich fand diesen sehr lehrreichen Artikel:

Natürliche Feinde und Gefahren der Amphibien

In Teichen, die nie fast oder ganz trockenfallen, haben die räuberischen Larven eine gute Überlebenschance. Wenn wir Kröten- oder Froschnachwuchs durchbringen wollen, sollte der Teich eine Wasserstelle sein, die eben nicht ganzjährig Wasser führt. Leider finde ich die Stelle im Netz nicht wieder, die mir dieses Wissen vermittelt hat. Einleuchtend ist es schon. Mein alter, sehr verkrauteter Teich, der manchmal fast gar kein Wasser hatte, war also ideal für den Froschnachwuchs.

Gelbrandkäfer

Gelbrandkäfer

Seit 2016 dieser grüne Frosch eingezogen ist, hatten wir neue Hoffnung geschöpft.

Und richtig, in diesem Frühjahr ist er nebst Gemahlin wieder da und sie haben abgelaicht.
Freude über Freude, im Laich waren schon kleine Quappen zu entdecken!
Und Tage später wieder die Enttäuschung. Alle kleinen Quappen sind , bevor sie überhaupt größer werden konnten, verspeist worden, wie es aussieht. 🙁
Womöglich haben wir doch auch einen Molch im Teich? Der frisst gerne die frisch abgelaichten Eier. Aber den müsste man sehen können, unser Teichwasser ist recht klar.
 
Nun überlegen wir, eine weitere kleine Wasserstelle anzulegen, die natürlicherweise nur zur Laichzeit und in den Wochen darauf Wasser führt, um dem Kröten- und Froschnachwuchs ins Leben zu helfen.

Habt Ihr ähnliche Beobachtungen gemacht und wie habt Ihr das gelöst?

Schaut, hier hocken die Eltern der nun nicht mehr vorhandenen Kinder und wir hoffen, sie legen noch einmal nach.

Frosch am Teichrand

Frosch am Teichrand

 

Verlinkt bei Loretta & Wolfgang im Fachwerkhaus im Grünen

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6 Kommentare

  • Antworten Pia 15. April 2017 at 11:41

    Einem Gartenteich Leben einzuhauchen ist eine Glückssache hat mir einmal ein Biologe gesagt.
    Aber von Fröschen und Kröten weiss man ja, dass sie immer wieder an ihren Laichplatz zurück kommen.
    Schöne Ostern wünscht, Pia

  • Antworten Wolfgang Nießen 15. April 2017 at 15:57

    Liebe Karen,
    das ist ein sehr schöner Teich und mit den Kaulquappen einfach wunderbar. Bei uns haben sich leider noch nie dauerhaft Frösche oder Kröten angesiedelt, hin und wieder sehen wir mal eine Kröte und einmal war auch ein Frosch da, der aber anscheinend allein geblieben ist, denn es gab keinen Laich.
    Ich wünsche Dir ein schönes Osterfest.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • Antworten Ute S. 15. April 2017 at 16:06

    Hallo liebe Karen,
    ja das kenne ich auch.
    Ich denke aber das es hauptsächlich Larven sind die sie verschlingen.
    Bei den Molchen ist es ja so das sie weiterziehen… sie sind nur eine begrenzte Zeit im Wasser.
    Ich habe zuerst immer gemeint die Fische im Teich würden sie essen. Wahrscheinlich haben sich alle zusammen am reich gedeckten Tisch bedient, so ist die Natur.
    Ich habe das ganze dann so gelöst….
    ich habe mir ein großes Glas mit Laich ins Haus geholt 🙂
    Das ist so spannend kann ich dir nur sagen. Jeden Tag kann man mehr sehen wie sich die Kaulquappe entwickelt. Wenn sie dann Hinterbeine hatten , habe ich Steine mit ins Glas (kleines Aquarium) getan.
    Sie gefüttert und wenn sie groß genug waren kamen sie wieder in den Teich… :-))))
    Denn irgendwann gehen sie ja auf Wanderschaft 🙂 glaube mir es ist nicht lustig wenn man sie in der Wohnung einsammeln muss. 🙂 das hatte ich mal als die Kinder noch klein waren.
    Jetzt habe ich keinen Teich mehr, letztes Jahr hat mir der Fischreiher alles aus dem Teich geholt 🙁 , da haben wir ihn leergemacht, jetzt haben wir nur noch ein kleines Becken aufgestellt. Dort sind noch ein paar kleine Fische drin und gut über den Winter gekommen. Die Frösche sind leider dieses Jahr nicht zurückgekehrt,
    So , ich wünsche dir ein schönes Osterfest.
    Ganz liebe Grüße von der Mosel
    Ute

    • Antworten Karen 15. April 2017 at 16:40

      Liebe Ute,
      wir haben keine Fische und damit wähnte ich mich auf der sicheren Seite. Vermutlich wird die einfachste Lösung sein, einen Schwung Kaulquappen zu separieren und extra zu päppeln. Habe ich als Kind auch gemacht, allerdings auf der Parzelle und nicht in der Wohnung. Gestern begegneten mir noch 2 andere Frösche und eine verschlafene Erdkröte bei der Gartenarbeit. Verstecke gibt es hier genug, nur die Kinderstube ist gefährlich 😉
      LG und frohe Ostern, Karen

  • Antworten // Heidrun 15. April 2017 at 17:51

    Hallo liebe Karen,
    die Beschreibung des Kaulquappenschwundes ließ mich spontan an unsere Killer-Lady, Luzie denken. Unsere Katze also, die wir – zum eigenen Entsetzen – am nachbarlichen Teich beobachteten wie sie den Frosch / Kröte – so genau konnte ich es dann doch nicht erkennen, von der allgemeinen Unkenntnis ganz zu schweigen – in die Luft schleuderte, auffing und weiter spielte… Ja, das ist die Natur der Katze.

    Ansonsten kann ich leider keine Aussage zu dem Abklingen des Laichs machen.

    Frohe Ostern und liebe Grüßle von Heidrun

  • Antworten beate bahnwärterin 16. April 2017 at 10:41

    kompliziert das mit den fröschen!
    wir haben ja den altarm vorm haus – da gab es jahre mit mächtig froschgequake, aber in den letzten war es da immer sehr ruhig – die elbe führt nur niedrigwasser, von einem vernünftigem winterhochwasser nicht zu reden. dadurch fiel der altarm die letzten 2-3 jahre schon trocken bevor aus kaulquappen frösche werden konnten…….
    wenn die die fahrrinne vertiefen – was die deppen gern hätten – dann fällt der grundwasserspiegel noch mehr und das mit den fröschen im altarm hat sich dann entgültig erledigt – dabei gibts hier eine ganz besondere sorte wiesenfrosch!
    aber die baulobby dreht fleissig am elbvertiefungsrad.
    wo das mehr an wasser herkommen soll können die aber auch nicht beantworten………
    grummel.
    xxxxx

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