Gemüsegarten

Tomatenaussaat und -anbau – meine Auswahl für 2017

8. April 2017

Früher konnte ich es gar nicht erwarten und habe schon Anfang März die Tomatensamen in die Erde gebracht.  Auch wenn sie im warmen Raum schnell keimten, mit den Pflanzen war ich nicht wirklich zufrieden. Sie schossen schnell in die Höhe und waren mir zu “gakelig” und nicht stabil genug.

Dank meiner neuen “Tomatenbibel” Tomatenliebe* bin ich nun schlauer und warte mit der Aussaat bis Ende März /Anfang April. Der späte Aussaattermin wird durch zügiges Wachstum bei nun mehr Licht schnell mit kräftigeren Pflanzen belohnt.

In den beiden letzten Jahren waren die Tomatensorten Ruthje und Black Cherry unsere Favoriten. Die anderen angebauten Kandidaten haben uns nicht überzeugt, ich suchte deshalb nach anderen Möglichkeiten. Im Buch Tomatenliebe* werden viele alte Sorten genau beschrieben, was mir die Auswahl sehr erleichtert hat. Wir ziehen die Tomaten im Gewächshaus, die bisherigen Freilandanbauversuche waren ernüchternd bis zum Totalausfall in unserem norddeutschem Klima.

Nun will ich es wagen und 2017 auch draußen wieder einige Tomaten setzen. Der Anbau im Kübel unterm Dachvorsprung oder unterm Regendach wäre eine Option. Wo die Pflanzen letztendlich gelandet sind, zeige ich Euch nach den Eisheiligen, wenn sie das Haus endgültig verlassen.

Unsere Tomatensorten 2017

Von Ruthje und Black Cherry hatte ich noch Saatgut.
Hier im Schüsselchen beide gleich mehrfach vertreten.


Bestellt habe ich mir übers Internet:

Baselbieter Röteli

Ist der Name nicht herrlich? Richtig, diese Tomate stammt aus der Schweiz und soll wenig kälteempfindlich sein.
Ich werde mutig sein und sie sogar ohne Dach draußen setzen.
Die Früchte reifen von Mitte Juni bis Mitte Oktober. Sie haben die Form einer Datteltomate und werden 3 bis 5cm groß.

Haubners Vollendung

Diese Sorte kann ebenfalls ins Freiland, mit oder ohne Regendach.
Die Früchte sind mittelgroß und fest. Sie ist pflegeleicht, denn sie bildet wenig Geiztriebe.
Außerdem soll sie auch in kühlerer Witterung noch geschmackvolle Früchte von Ende Juli bis Ende Oktober bringen.
Ich bin gespannt.

Harzfeuer

Achtung, es gibt zwei Tomatensorten mit diesem Sortennamen. Die originale, aus Samen zu vermehrende, habe ich jetzt wieder hier. Davor habe ich mich mit der Harzfeuer F1-Hybride geärgert (wider besseren Wissens), die bildet nämlich gerne einen grünen Kragen aus und schmeckt längst nicht so gut wie ihre Ursprungssorte.
Sie soll auch im Freiland recht platzfest sein, warten wir es ab.
Früchte rund und fest mit 5-7cm.

Mexikanische Honigtomate oder auch Miel de Mexique

Hatte ich vor einigen Jahren mal als fertige Pflanze gekauft und kann mich leider nicht mehr an den Geschmack oder den Ertrag erinnern.
Wie der Name schon sagt, sie soll süß schmecken. Früchte klein mit 1,5 bis 3cm.
Als klassische Gewächshaustomate wird sie genau dorthin wandern. Ab Mitte Juli geht es dann mit der Ernte los. Hoffentlich. Wird als ertragsreich beschrieben.
Sie kann auch mehrtriebig gezogen werden, deshalb kommt sie an die Rückseite des Gewächshauses, wo nur einreihiger Anbau möglich ist. Dort standen sonst die Gurken aber das haben wir aufgegeben, zu verschieden sind die Ansprüche von Tomaten und Gurken.

Pendulina

Sie macht ihrem Name alle Ehre, kann wunderbar als Ampelpflanze überhängend gezogen werden. Ich versuche das mal im Kübel oder in unserer großen Zinkwanne.
Sie wird nicht sher groß und zeichnet sich durch buschiges Wachstum aus. Früchte 2,5 bis 3,5cm.
KEIN Ausgeizen!

 

Rio Grande (Gratisbeigabe eines Anbieters)

Zu ihr stand nichts im schlauen Buch. Im Netz fand ich Folgendes:
Die Rio Grande Tomate stammt aus Peru und ist eine sehr widerstandsfähige Sorte mit pflaumenförmigen roten Früchten und einem ausgezeichnetem Aroma. Die Tomaten haben ein sehr festes Fruchtfleisch, sind platzfest und gut lagerfähig und werden ca. 100 – 170 Gramm schwer. Die Früchte eignen sich hervorragend als Salattomate, aber auch zur Herstellung von Saucen oder Tomatenmark. Die Pflanzen werden ca.120 cm hoch und sind extrem ertragreich.
Sie wird bei uns sowohl ins Gewächshaus als auch nach draußen wandern. Und dann vergleiche ich im Herbst, was besser war.

Ruthje und Black Cherry kommen wieder ins Gewächshaus, das hat sich bestens bewährt.

 

Desweiteren habe ich noch je 2 fertige Pflanzen bei einem Anbieter (Herbs Bio-Kräuter) bestellt, weil ich dafür keine Samen bekommen konnte:

Allgäuer Balkontomate

Die war zwar nicht im Buch, aber bei Bio-Kräuter beschrieben:
Die Allgäuer Balkontomate  ist eine unempfindliche Balkon-Naschtomate mit roten süßen Früchten. Sehr gut für die überdachten Südwände im Allgäu und anderen kühleren Gegenden in Mitteleuropa.
Größe: D 3 cm, 30 Gramm; Reife:  früh; Ertrag bis in den Herbst.
Sie muss nicht ausgegeizt werden.
Hat mich überzeugt und wird im Kübel versucht mangels Balkon unterm Dachüberstand vorm Küchenfenster.

DeBerao

Die kann bis 3 Meter hoch werden und wird deshalb auch gerne mal als Baumtomate bezeichnet. Damit ich bei der Pflege keine Leiter brauche, werde ich sie beizeiten entspitzen.
Sie soll robust und wenig anfällig gegen Braun- und Krautfäule sein.
Die Früchte werden 5-7cm groß in rot, gelb, rosa oder schwarz. Na, wie das wohl aussehen wird bei uns?
Ab ins Freiland mit dem Schätzchen!

Homosa

Wie Haubners Vollendung ist auch sie für klimatisch nicht so begünstigte Regionen geeignet.
Sie soll im Freiland sehr gut sein, der Ernteertrag wird mit Regendach aber noch besser.
Meine Idee ist, sie neben dem Gewächshaus zu pflanzen, aber ein Dach zu basteln.
Mit 1,70 m wird sie nicht sehr hoch und bildet nur wenige Geiztriebe.

Rotes Zebra

Die Früchte sehen so aus, wie sie heißt, das alleine war schon ein Grund, sie zu kaufen.
Kommt ins Gewächshaus, das soll am besten für sie sein, alternativ draußen mit Regendach.

Sieger

Sie soll auch in kühleren Gegenden und schlechten Sommern noch gute, frühe Erträge bringen.
Geht ohne Dach im Freiland, mit Häubchen deutlich besser.
Die Früchte haben 5 bis 7cm und ein süßliches Aroma.
Ich stelle mir jetzt schon vor, wie ich die frisch aufgeschnitten auf knusprigem Brot verzehre.

Warum ich das so genau aufgeschrieben habe?
Damit ich, wenn ich mit den dann voraussichtlich gesamt 50!!! fertigen Tomatenpflanzen nach den Eisheiligen endgültig nach draußen gehe, ich einen ungefähren Plan habe, wo ich damit bleibe.

 

So, wie habe ich das nun gemacht mit der Anzucht?

Je 5 Samen habe ich einige Stunden in lauwarmem Wasser eingeweicht. Ich sag Euch, Samen fischen ist gar nicht einfach.
Obacht geben, das Ihr mit den Sorten nicht durcheinander kommt! Immer schön das beschriftete Sortenetikett danebenlegen!

Während der Einweichphase habe ich Aussaatschalen mit Aussaaterde befüllt, leicht angedrückt und etwas gewässert.

Die eingeweichten Samen wurden je in einen Abschnitt gelegt und ganz leicht mit Aussaaterde abgedeckt. Nur dünn bitte! Noch ein bisschen aus der Sprühflasche die Oberfläche befeuchtet und Häubchen aufgesetzt. Ab ans Fenster.


Dafür musste die Deko weichen, die sonst den Ausblick in den Garten unterbricht.

Wenn die bei der Aussicht nicht gut werden, weiß ich auch nicht 😉
TomatenaussichtDie ersten Keimlinge wurden bereits gesichtet nach nur 4 Tagen!

Verlinkt bei Loretta & Wolfgang im Fachwerkhaus im Grünen

 

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13 Kommentare

  • Antworten beate bahnwärterin

    harzfeuer war letztes jahr unser erster versuch mit tomaten – sie haben sich wacker geschlagen 🙂
    hier ist es zwar nicht zu regnerisch, aber durch die lage in flusstal haben wir unmengen tau – ohne dach (so wie letztes jahr) wird das hier nicht sehr ertragreich mit den tomaten…….
    mal sehen ob ich´s diesjahr wage – allerdings mit pflanzen vom gärtner – unser altes haus hat keine geeigneten aufzuchtfenster.
    xxxx

    • Antworten Karen

      Na dann freue ich mich schon auf unsere Harzfeuer 🙂

  • Antworten Wolfgang Nießen

    Liebe Karen,
    der Name der Tomate aus der Schweiz hat mir auch gut gefallen, unter manchen Pflanzennamen kann ich mir auf Anhieb etwas vorstellen, was nicht unbedingt in direktem Zusammenhang zur Pflanze steht, aber so ein Name weckt jede Menge Assoziationen nur keine, die mich an Tomate denken lässt. Wir haben auch schon öfters versucht, Tomaten zu ziehen, leider immer mit einem recht entmutigen Ergebnis. Eine robuste Sorte, die auch ohne Regendach klar kommt, wäre für uns genau richtig. Ich bin gespannt, wie Dein Versuch mit Baselbieter Röteli ausgeht.
    Ich wünsche Dir ein wundervoll sonniges Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    • Antworten Karen

      Lieber Wolfgang,
      ausgerechnet die genannte Sorte hat bisher nur 2 von 5 Samen bis zum Keimen gebracht. Ich glaube, ich leg noch was nach, denn die interessiert mich besonders.
      xx

  • Antworten Birgitt

    …so eine Tomatenvielfalt in deinem Gartenplan, liebe Karen,
    das sieht bewundernswert gut aus…ich habe dieses Jahr nur Hokaido ausgesät, weil ich da noch Samen hatte, und werde sonst wohl Pflanzen kaufen…manchmal passt es einfach nicht anders,

    einen frohen Sonntag wünsche ich dir,
    liebe Grüße Birgitt

    • Antworten Karen

      Die Pflanzen zu kaufen ist früher oft meine Wahl gewesen. Da arbeitete ich allerdings noch in der Nähe eines Marktes, wo regelmäßig Anbieter mit Tomatenpflanzen aufkreuzten. Nun habe ich das erste Mal Pflanzen übers Internet bestellt.
      Ich werde berichten 🙂

  • Antworten Renee

    Liebe Karen,
    Du machst Lust auf das Aussäen von Tomaten! Ok, der Gedanke ans Essen eines Tomatenbrotes, Tomatensalates…. steht in Klammern dahinter ? Es klingt nicht so schwer, so wie Du es beschreibst. Das Problem mit dem Regen hatten wir bei geschenkten Tomatenpflanzen durch das Aufstellen der Tomatentöpfe unterm Dach gelöst. Von daher…
    Die Aussicht aus Deinem Fenster ist sehr verlockend, ob sich da nicht nach draußen rankende Sorten entwickeln? ?
    Danke für die Informationen und die tolle Anleitung!
    Sonnige Gartengrüße
    Renee

    • Antworten Karen

      ich werde einige Töpfe im Kiesstreifen direkt am Haus, leicht geschützt vom Dach, aufstellen. Mal gucken, ob die Rechnung aufgeht 🙂

  • Antworten Ute S.

    Einen wunderschönen guten Morgen liebe Karen,
    mein lieber Schwan da hast du dir ja was vorgenommen…..
    Es hört sich alles super lecker an und man bekommt wirklich direkt Lust selber welche zu ziehen .
    Wann willst du die alle essen… lach…..
    Ich habe das seit zwei Jahren aufgegeben mit der Tomatenaufzucht. Irgendwie wurde das nie was, selbst wenn sie dann einigermaßen gewachsen sind , haben sie dann irgendwann eine Krankheit bekommen.
    Aber es macht schon richtig Lust wenn man das hier so liest…. Vielleicht versuche ich es nochmal, mal schauen.
    Bei der Aussicht für die Sämlinge muss das ja ein voller Erfolg werden. 🙂
    Ich wünsche dir weiter viel Spaß beim gärtnern….
    Herzliche Grüße von der Mosel
    Ute

    • Antworten Karen

      Liebe Ute,
      Misserfolge hatte ich zwar auch genug aber aufgeben tute ich nie. Außerdem haben wir das Gewächshaus extra für die Tomaten gekauft. Auch da drinnen kann man noch genug Fehler machen 😉

  • Antworten Barbara

    So viele Tomatensorten in einem Garten. Ich liebe es Tomaten frisch ab Staude zu essen. Aber bei mir sind es nur zwei Sorten.
    Drück dir die Daumen, dass alle Samen spriessen.
    Liebe Grüsse
    Barbara

    • Antworten Karen

      Liebe Barbara,
      ja, frisch ab Strauch, frühabends gepflückt noch leicht erwärmt von der Sonne…hhhmmmm!

  • Antworten Elke

    Irgendwie haben wir seit 2 Jahren kein Glück mit den Tomaten und dem Garten.
    Aber ich werde das mal ausprobieren, so wie Du es gemacht hast. Für dieses Jahr ist es etwas spät.
    Dann nächstes Jahr. lg, Elke

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