Gemüsegarten Gewächshaus Im Garten Teich

Garten allein zuhause – Urlaubsbewässerung

4. Juli 2017

Wer einen Garten hat und diesen in der Hauptvegetationszeit urlaubsbedingt für 2 Wochen sich selber überlässt, hat nach der Rückkehr zur Strafe länger  damit zu tun, alles wieder auf Vordermann zu bringen. Ganz wichtig ist das Thema Urlaubsbewässerung!

dekorativer Wasserhahn

dekorativer Wasserhahn

Ich hatte mir vorab viele Gedanken gemacht, wie es gelingt, den Tomaten im Gewächshaus und auch draußen sowie dem restlichen Gemüse genügend Wasser zuzuführen. Jemanden bitten, das für mich zu erledigen, wollte ich nicht. Im letzten Jahr hatte ich mit Tröpfchenbewässerung im Gewächshaus und Sprenger beim Gemüse gearbeitet. Das Wasser bezogen sie aus der Gartenpumpe am Brunnenrohr, die ich per Timer morgens täglich in Gang setzte. Das ging (vermutlich) eine Woche gut, dann war die Pumpe leer gelaufen, sie hatte wohl Luft gezogen. Tomaten und Gemüse haben es trotzdem überlegt. Letztes Jahr im Juni war es allerdings hier nicht ganz so heiß wie dieses Jahr.

Druckminderer

Druckminderer mit Anschluß für Tröpfchenbewässerung

Dieses Jahr wollte ich es besser machen. Wir ließen von der Garage aus einen Wasseranschluß nach draußen verlegen (vorher gab es nur einen Anschluß IN der Garage), da hing mit Timer die Tröpfchenbewässerung im Gewächshaus dran. Das probierte ich vorab aus, es funktionierte eigentlich wunderbar. Leider sind die Tropfer sehr stöhranfällig und eigenwillig. Manche tropfen gar nicht oder zu wenig, selbst Austauschen brachte nicht den gewünschten Erfolg. Also gab ich den benachteiligten Tomatenkandidaten noch einmal reell Wasser und einen guten Spruch auf den Weg. Unten im Foto sieht man mit Glück jeweils mittig der Reihen die dicken Zubringerschläuche, von denen die Tropfleitungen abzweigen.

Tomaten im Gewächshaus

Tomaten im Gewächshaus

Da dieses Jahr auch Tomaten im Freiland und Töpfen stehen und die eine üppige Beregnung nicht schätzen, bekamen sie eine manuelle Bewässerung per Tonkegel mit Wassereimer daneben.

Bewässerungskegel

Bewässerungskegel

Nur bei den 4 Hochbeeten wurde ein Sprenger aufgestellt und passend zur Beetfläche eingestellt. Der hing wieder an der oben erwähnten Pumpe. Dafür wollte ich aber keinen Timer nutzen, sondern von Ferne gucken, ob das überhaupt nötig ist und auch manuell schalten. Bei Dauerregen zusätzlich wässern im Freiland wäre ja albern, oder? Wie das geht? Smart Home heißt das Zauberwort. An der Fritzbox hängt eine schaltbare Steckdose, über App kann ich diese aus der Ferne schalten.

Das Wetter wurde aus der Ferne per Wetterradar beobachtet. Und täglich guckte ich aus der Ferne in unseren friedlich da liegenden Garten. Per Überwachungskamera und einer zweiten App. Im Sichtfeld der Kamera hatte ich einen kleinen zweiten Sprenger installiert, den ich so schwenken ließ, das man das austretende Wasser auch über die Kamera sehen konnte.

Täglicher Ablauf: Wetterradar sagt Sonne für zuhause voraus -> Steckdose schalten -> Kamera anschalten und gucken, ob Wasser kommt. Die schaltbare Steckdose zeigt zusätzlich auch noch die Temperatur und die Leistungsaufnahme an, sehr hilfreich. Gucken, Wasser sehen und sich freuen. Nach einiger Zeit Steckdose aus und für den Tag ist alles gut.

Das funktionierte genau 7 Tage, dann war wieder Ende im Gelände. Nichts, kein Wasser, mini Leistungsaufnahme, das Biest lief wieder leer. Schade. Ich hätte gerne weiter Wasserspiele erzeugt und beobachtet. Es wurde heißer und heißer und ich fügte mich in den Umstand, das wohl Einiges verdörren würde. Dann kam der Unwetterdonnerstag mit mehr als genug Regen und alles war gut.

Als wir am Samstag heimkamen, führte mich wie immer fast mein erster Weg in den Garten.

Die gute Nachricht zuerst: es ist nichts vertrocknet und im Gewächshaus sieht man keinerlei Unterschied zwischen den wenig oder gar nicht bewässerten Tomaten und den normal Betropften. Inzwischen ist sogar der Teich wieder voll, denn dem sah man die Hitzeperiode schon an.

Phlox am Teich

Phlox am Teich

Der Gärtner fragt sich, wie in 2 Wochen derartiges Wachstum einsetzen kann und woher das ganze Zeug kommt, das man gemeinhin Unkraut nennt. Bei den Rosen musste ich am Sonntag mit der scharfen Schere bzw. Bindedraht ran, sonst wäre ich als Dornröschen in einem der Rosenbögen stecken geblieben und in die Haustür wäre man, Ghislaine de Feligonde sei Dank, nicht mehr reingekommen.

Der Essigbaum hat Austriebe im Bereich des Senkgartens und auch in den Beeten geschoben, es war ein kleiner Essigbaumurwald. Das ist eine Reaktion darauf, das ich viele seiner oberflächlichen Wurzeln entfernt bzw. verletzt hatte im Zuge der Senkgartenanlage. Aber die waren recht fix und einfach ausgezupft.

Viel ärgerlicher ist das andere Grünzeug in den Splittflächen, das da frisch und üppig durchgetrieben hat. Werden wohl hauptsächlich Quecken sein, die sich aus der von mir frisch freigelegten und nur mit Splitt betreuten Fläche erfreut nach oben recken. Ganz besonders fies ist das in dem schmalen Streifen neben unserer Einfahrt, den ich gleich nach Entfernen der Buchsbaumhecken wieder mit Lavendel und Blauschwingel bepflanzt hatte und nicht abwarten konnte, das schlummernde Samen aufgehen. Selber Schuld, Frau Allegria Ungeduld 😉

Nun versuche ich der Plage durch Ausstechen jedes einzelnen Kräutleins beizukommen, Strafe muss sein. Hier sieht man im hinteren Teil den noch vorhandenen unerwünschten Bewuchs, vorne war ich bis zum Regenguß eben schon fleissig.

Insgesamt bin ich über die Entwicklung des Bewuchses im und am Senkgarten sehr erfreut.

Was diese Fläche anbetrifft, brauche ich mir keine Gedanken über Urlaubsbewässerung machen. Die mögen das alle heiß und trocken 🙂

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17 Kommentare

  • Antworten beate bahnwärterin 4. Juli 2017 at 16:13

    raffiniert, raffiniert!!
    kann die app auch die katze abends reinrufen und füttern und das katzenklo putzen…. 😉
    allerdings wäre nach dem grossen unwetter eh schluss gewesen – es blitzte & donnerte und dann roch die fritzbox verschmurgelt…….
    ich freu mich dass dein garten die wetterunbilden auch in deiner abwesenheit gut überstanden hat! wie ich sehe hast du auch acker-witwenblume! hoffentlich vom feldrain? 🙂
    lieben grüss! xxxxx

    • Antworten Karen 5. Juli 2017 at 09:31

      Hihi, nee, das kann die App nicht. Höchstens automatisch eine Klappe öffnen oder schließen, das musst Du dann mit Lisbeth klären 😉
      Nur die Kornblumen sind vom Feldrand, der Rest kommt aus unserer örtlichen Staudengärtnerei. Tolle Auswahl, alle vor Ort gepöppelt (heisst Pöppel-Stauden). Ist übrigens Scabiosa columbaria ‚Nana‘.
      LG Karen

      • Antworten beate bahnwärterin 5. Juli 2017 at 10:15

        „gepöppelt“ is lustig – hier sagt man „gebäbblt“ wenn man jemand mühsam gepflegt/aufgezogen hat 😀
        meine witwenblume hat natürlich keinen solch tollen namen – stammt standesgemäss vom bahndamm direkt vorm gartenzaun….. xxxxx

        • Antworten Sigrun 6. Juli 2017 at 16:57

          Das ist lustig…ihr redet von zwei verschiedenen Blumen, die nur ähnlich aussehen. Beate von der wilden Acker-Witwenblume, Knautia arvensis und Karen hat die Tauben-Skabiose, eine gezüchtete Sorte.
          Aber toll sehen sie alle beide aus….vor allem in so einem Kiesgarten. LG

  • Antworten Loretta Nießen 4. Juli 2017 at 19:46

    Liebe Karen,
    ich habe mit der großem Interesse Deinen Bericht über den Garten nach dem Urlaub gelesen. Interessant ist, dass man so viel Hoffnung und Arbeit in die Technik setzt, Ergebnis ist, der Garten wird mehr oder weniger mit der Trockenheit selber klar kommen. Ich fahre gar nicht gerne über eine längere Zeit in den Urlaub, besonderes in den Monaten, wenn so viel Wachstum im Garten ist.
    Die Tomaten sehen gut aus. Der Senkgarten hat mir schon von Anfang an sehr gut gefallen.
    Viele liebe Grüße
    Loretta

    • Antworten Karen 5. Juli 2017 at 09:34

      Liebe Loretta,
      in der Tat machen wir uns wohl viel zuviel Gedanken um den Garten bei eventueller Trockenheit. Vor allem bin ich immer wieder über die Tomaten im GWH erstaunt. Die gehen mit ihren Wurzeln so tief, das ihnen die Gießpause nichts ausmacht. Okay, so nach über einer Woche und immer über 30 Grad draußen würden sie wohl schlapp machen.
      Liebe Grüße
      Karen

  • Antworten Eclectic Hamilton 5. Juli 2017 at 06:59

    WOW! Toll geplant! Es geht also auch ohne lebende Gießhilfen ;-))).
    GLG von Ines

    • Antworten Karen 5. Juli 2017 at 09:35

      Genau! Merken für Euren Urlaub 😉
      LG Karen

  • Antworten Sabine Pecoraro-Schneider 6. Juli 2017 at 15:50

    Dein Garten sieht toll aus!! Ich könnte doch in deinem nächsten Urlaub bei Dir Urlaub machen (und gießen) 😉
    Liebe Grüße…es ist heiß
    Sabine

    • Antworten Karen 7. Juli 2017 at 10:56

      Okay, abgemacht, Sabine! Aber wer gießt dann bei Euch? Lässt Du Reinhard zuhause? 😉
      LG Karen

  • Antworten Sigrun 6. Juli 2017 at 17:02

    Also, die App würde mich ja auch interessieren, aber im heißen Sommer wäre das eine Katastrophe, wenn die Box dann ausfällt.
    Normalerweise verlasse ich mich gerne auf die Tonkegel. Bei Zimmerpflanzen funktioniert das prima. Bei Tomaten ging das auch obwohl sie so viel Wasser schlucken? Wie viele Kegel hast du pro Topf genommen?
    Für deinen Senkgarten wünsche ich dir, dass du der Quecke Herr wirst. Ich hatte bisher nie welche, aber im neuen Garten mäandert sie am Gartenzaun von den Nachbarn zu uns. Gerade, wo ich die Beete dort neu angelegt habe…….
    Tolle Pflanzen hast du ausgesucht….und auch vorbildlich in Gruppen zu mehreren……:-)))
    LG Sigrun

    • Antworten Karen 7. Juli 2017 at 11:01

      Ächz, Sigrun, ich habe jede Quecke im Senkgarten und neben der Einfahrt einzeln umstochen und vorsichtig rausgezogen !!! Da muss ich dran bleiben, fürchte ich. Aber jetzt sieht es gerade mal picobello aus. Ich hatte nur einen Tonkegel pro Pflanze, weil ich dieses Jahr so viele Tomaten habe und die Geranien auch noch Wasser wollten. Viel zu wenig hätte ich gedacht aber alles gut. Ich habe schon mal mit 2 Kegeln pro Pflanze im GWH gearbeitet, das hat gut gepasst.
      LG Karen

  • Antworten Achim 6. Juli 2017 at 18:09

    Hallo Karen, du bist ja nobel. Bewässerung sogar ferngesteuert mit App. Und ich dachte schon ich bin gut ausgestattet. Habe aber nur die Tropfschläuche und manuelle, mechanische Zeituhren an den Wasserhähnen. Die Kübel allerdings, die bei dem Wetter 2x am Tag gegossen werden müssen, habe ich mit Bewässerungscomputern versehen. Das geht seit Jahren sehr gut. Gottseidank gibt unser Brunnen immer ausreichend Wasser, sonst wäre mein Garten auch nicht das, was er ist.

    Liebe Grüße Achim

    • Antworten Karen 7. Juli 2017 at 11:03

      Hallo Achim,
      ja, das Gewächshaus wurde (sicher ist sicher) auch am offenen Wasserhahn mit batteriebetriebenen Bewässerungscomputer versorgt. Aber da kann ich eben nur einmal für alles die gleiche Zeit einstellen. Wird verfeinert für 2018 😉
      LG Karen

      • Antworten Achim 7. Juli 2017 at 12:05

        ist bei den Kübeln auch so, das wässert auch mal wenn es regnet. Aber lieber so, als dass alles vertrocknet, wenn ich nicht daheim bin. Im Garten die Beete muß ich von Hand anmachen, das ist dann nur, wenn es trocken ist. Also fast immer….. Urlaub fortfahren im Sommer wäre für mich undenkbar, zu groß die Sorge um meinen Garten und das Wildwuchsabenteuer nach einem Urlaub, das dann wieder aufgeräumt werden müsste….

        Liebe Grüße Achim

  • Antworten Traude "Rostrose" 7. Juli 2017 at 16:20

    Liebe Karen,

    ja genau, deine Pflänzchen im schönen Senkgarten brauchen keine Bewässerung. Toll sieht dieser Kiesgarten aus, leider hält der Kies das Unkraut auch nicht ab, das kenne ich von unserem Weg hinten bei den Himbeeren. Was da alles wächst seit der Islandreise ;-)) Wir haben ebenfalls experimentiert mit diesen Apps, aber es hat von Anfang an nicht richtig funktioniert, deshalb gleich: Zeitschaltuhr. Das hat geklappt, mal abgesehen davon, dass der Rasensprenger die Pfingstrosen so eingewässert hat, dass ihre schweren Köpfe sich gleich zur Erde senkten und dort verfault oder jedenfalls auf hässliche Weise verdörrt sind. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man als Gartenbesitzer nicht zur Haupt-Gartenzeit auf Urlaub fahren sollte. Heuer waren wir wegen Kur, Island und Bronchitis im April, Mai und Juni nur peripher anwesend und haben dadurch a) die schönste Gartenzeit versäumt und b) alles verlottern lassen. (Aber leider gibt es nunmal Länder, in die man besser nicht im hiesigen Herbst / Winter reist, und die interessieren mich auch sehr …)

    Ganz herzliche Grüße aus der Blogpause, Traude

  • Antworten fim.works 9. Juli 2017 at 16:13

    Wie blöd, dass die Technik dich letzendlich doch im Stich gelassen hat!
    Aber Mutter Natur hat ja Gott sei Dank für Ausgleich gesorgt.
    Ich frage mich auch immer wieder, wie denn bitteschön auch bei größter Trockenheit das Unkraut wie irre sprißen kann, während alles andere vor sich hin mickert …
    So schön ist es bei dir im Garten!

    Ich hab der Sommergrippe kräftig in den Allerwertesten getreten … Mistkröte! GRINS – am Freitag hab ich echt Gas gegeben mit den Links 😉 Und meinem dunklen Haupt steht die Krone ungemein, oder? DANKESCHÖN für all die Blumen!!!
    Live & in Farbe machen die Alltagsmenschen sogar noch mehr her, die sind echt klasse!
    Schlimm genug, dass einen die Probleme aus dem Büro privat belasten. Lass uns das Beste daraus machen und sie zum Teufel jagen, den da gehören sie hin!

    Ganz viele liebe Grüße … Frauke

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