Im Garten

Immergrüner Gamander statt Buchsbaum?

8. August 2017

Teucrium x lucidrys – Immergrüner Gamander

wohnt bei uns seit einigen Jahren im Garten.

Hummeln und Schmetterlinge lieben ihn!

Er wächst aufrecht – leicht buschig als  immergrüner Halbstrauch mit aromatischem Laub und purpurfarbenen Blüten. Man kann und sollte ihn schneiden, sonst neigt er von unten her zum Verkahlen. Ähnlich wie Buchs kann er zum Umpflanzen von Bauern- oder Kräutergärten verwendet werden. Die Winterhärtezone wird mit Z5 angegeben, Schnecken mögen ihn nicht. Gute Voraussetzungen, um auf durchlässigem Boden an möglichst sonnigen Stellen eine gute Figur zu machen! Aber auch im Halbschatten kommt er zurecht. Der Boden sollte idealerweise kalkhaltig sein. Da ich das nicht zu bieten habe, gibt es eine jährliche Kalkgabe für ihn . Er blüht von Juni bis in den September hinein und wird knapp 30cm hoch. Wobei er sich ungeschnitten zur Seite legt.

Seinen ersten Standort hatte er bei uns neben der Garageneinfahrt gefunden, wo er eine Beetseite einfasst. Leider habe ich ihn nicht regelmäßig geschnitten. Man soll ihn  im Frühjahr auf 5cm über dem Boden zurückschneiden können, das habe ich mich bisher nicht getraut. Nun will ich versuchen, dieses Stück für die Gewinnung von Stecklingen zu nutzen. Und im Frühjahr versuche ich an einer Stelle den starken Rückschnitt.

Es schwebt das Damoklesschwert des Buchsbaumzünslers über unseren Buchsbaumeinfassungen. Diese farblich auffälligen Raupen gehören zum Buchsbaumzünsler, einem recht unauffälligen hellem Falter, den ich gestern wieder an unseren Buchsbaumpflanzen bei der Eiablage störte.  Ich habe die Buchsumrandungen mit einem Stock durchkämmt, weil ich gelesen habe, das sie nicht so gerne gestört werden. Die hier fiel mir dabei entgegen.

Zünslerraupe, auf frischer Tat ertappt!

Vom Pilz sind wir bisher verschont geblieben, der Zünsler wurde dagegen dieses Jahr mehrfach gesichtet. Die Fressspuren seiner Raupen sind leider an einigen Stellen zu finden. Im Gemüsegarten sieht der Buchs schon recht nackt aus. Das hier sind noch mäßig geschädigte Partien.

Wenn man sich anschaut, wie schnell neue Zünslergenerationen entstehen, ist das schon deprimierend für den Buchbaumliebhaber.

Quelle: Buchbaumszuensler.net :
“Der Buchsbaumzünsler-Falter ist hauptsächlich weiß mit einem schwarzen Muster. Seine Vorderflügel sind in den meisten Fällen weiß mit braunen Außenrändern. Die Flügelspannweite der Falter beträgt ca. 40 – 45mm. Es wurden auch schon schwarze Exemplare mit weißen Punkten beobachtet. Der Falter sitzt hauptsächlich unter den Blättern des Buchsbaums und lebt lediglich für ca. 9 Tage. In dieser Zeit legen die Falter-Weibchen ihre Eier. Man kann davon ausgehen, dass von Frühjahr bis Spätsommer, ca. alle 2 bis 3 Monate eine neue Buchsbaumzünslergeneration entsteht. So können pro Jahr bis zu vier Buchsbaumzünslergenerationen entstehen. Auch bevorzugen die Buchsbaumzünsler-Weibchen zum Eierlegen Buchsbäume, welche noch nicht befallen wurden, was wiederum die Ausbreitung begünstigt.”

Für mein Sonnenbeet möchte ich eine Einfassung zur Westseite, das nutze ich  als großzügige Kinderstube für den immergrünen Gamander. Ich werde zweigleisig vorgehen. Einige der Stecklinge stecke ich direkt in die Erde. Von den bisherigen Versuchen haben sich ein paar bewurzelt und überlebt. Weitere Stecklinge werde ich in Töpfe stecken und schauen, wer was wird. Ich habe vorhandene Blumenerde mit Aussaaterde abgemagert.

2 der einstigen Stecklinge im Sonnenbeet:

Frisch geschnitten, wird alles zu Stecklingen verarbeitet.

Eine fertige Stecklingskiste mit Immergrünem Gamander.

Von der Beeteinfassung im Sonnenbeet einmal abgesehen, möchte ich gewappnet sein, wenn der Buchs entsorgt werden muss. Immergrüner Gamander ist ein wenig teurer als kleine Buchspflanzen.

Welchen Ersatz habt Ihr für Buchs vorgesehen? Ilex Crenata hatte ich probehalber dazwischen, der gefällt mir nicht wirklich.

Nachtrag: hätte ich meine Gartenfreundin Bess schon in ihrem neuem Garten besucht, wäre mit Ihre Lösung bekannt. Immergrüner Gamander 🙂


verlinkt beim Fachwerkhaus im Grünen

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15 Kommentare

  • Antworten Marion

    Liebe Karen, das ist doch eine clevere Lösung, die für Dich optimal zu sein scheint. Bei mir ist das Problem nicht die Einfassung der Beete, das habe ich nie gemacht. Ich habe das Problem, dass die wintergrünen Highlights nun wegfallen und ich dafür Alternativlösungen brauche. Ich habe dann darauf geachtet, dass es nützlich für Tiere irgendeiner Art ist und sich gut ins Gesamtbild einfügt. Für das Schattenbeet, bin ich dann auf den weiß-grün panaschierten Ilex gestoßen. Der bietet durch die Stacheln Vögeln gesichterte Nistplätze und er hat für die Vögel im Winter rote Beeren im Angebot. Das ist wie gesagt nun meine Schattenvariante. Die Lösungen denke ich , müssen für jedes Beet nach und nach entstehen und erdacht werden, so wie bei Dir für das Sonnenbeet. Toll finde ich deinen Gamander-Kindergarten. Dann kann es ja im nächsten Jahr los gehen! Viel Erfolg wünsche ich. LG sendet Marion

    • Antworten Karen

      Liebe Marion,
      hier liegt das voll sonnig, da passt der Gamander prima hin. Hätte ich jetzt Buchskugeln als Fixpunkte, würde ich mir auch was Anderes Hohes suchen, was das ersetzen kann. Ilex ist auf jeden Fall gut.
      Liebe Grüße
      Karen

  • Antworten beate bahnwärterin

    da ich mir so gar nichts aus buchsbaum mache…..
    aber der gamander sieht hübsch aus und wenn ihn die hummeln mögen – jedoch auch hier kein kalk, sogar eher säuerliche walderde. deine profimässige anzuchtkiste beeindruckt mich sehr!!
    xxxxx

    • Antworten Karen

      Kicher..gekauft für Flohmarkt oder eben für die Anzucht. Stehen im Frühjahr die Tomatenpötte drin auf der Fensterbank. Sauer ist die Erde hier auch noch dazu.
      xoxox

  • Antworten Renee

    Liebe Karen,
    so elend es mit den Schäden durch Pilz und Zünsler ist: Es kommen immer mehr Ideen auf, wie man den Buchs ersetzen kann. Und das finde ich gut, denn in den letzten Jahren konnte man gefühlt kein Gartenbuch aufschlagen, in dem nicht Buchsbaum mehr oder weniger intensiv als Gestaltungsmittel eingesetzt wurde. Mir war´s zu viel.
    Deine Idee mit dem Gamander ist so klasse!! Eine robuste Pflanze mit der man auch noch etwas für die Bienen tut.
    Viel Erfolg mit den Stecklingen!
    Beste Grüße
    Renee

  • Antworten Bess

    Der Gamander ist wirklich prima. Übrigens braucht er nicht unbedingt Kalk. Also zumindest kann er auch ohne. Ich habe ja auch sehr sauren Boden und ich kalke ihn nicht. Bislang hat er sich darüber nicht beschwert und wächst trotzdem gut. Ich habe alle Stecklinge direkt gesteckt und sie sind alle gut angewachsen. Allerdings habe ich festgestellt, dass es nur mit Kopfstecklingen funktioniert. Wenn ich Stecklinge aus dem Mittelteil eines Stengels gemacht habe, sind die meistens nicht angewachsen. Verstehe ich zwar nicht, ist aber eben meine Beobachtung.

    • Antworten Karen

      Ups, dann wird die Hälfte meiner Stecklinge wohl nicht anwachsen. Habe die langen Strippen natürlich mittig geteilt.
      Liebe Grüße
      Karen

  • Antworten kleiner-staudengarten

    Liebe Karen,
    Gamander ist wirklich eine Option, man muss ihm nur regelmäßig die Blüten kappen, damit er als Buchsersatz eine schöne Hecke bildet, so meine Gartenfreundin. Das finde ich jetzt nicht so klasse und überhaupt…nächste Woche ist mein Baumpfleger aus dem Urlaub zurück und wird alle Hecken, Kugeln und Kegel entfernen. Vielleicht hat er noch eine zündende 😉 Idee … eigentlich will ich mir das Schneiden in Zukunft ersparen. Den Gamander als Bienenweide so locker mal dazwischen zu setzen würde mir gefallen.
    Einen lieben Gruß, Marita

  • Antworten Wolfgang Nießen

    Liebe Karen,
    bei uns im Garten haben wir jetzt, leider, auch den Zünsler gefunden und unser Buchs sieht auch so aus, wie auf Deinem Bild, ja und auch die Raupe kenne ich nun aus eigener Anschauung. Ein solcher Schädling ist schon brutal, so brutal, dass er sogar seine eigene Lebensgrundlage zerstört, oder fressen die außer Buchs noch was anderes?
    Von daher passt Dein Artikel gerade recht gut für uns, so können wir uns schon mal nach Alternativen umsehen, obwohl wir hoffen, dass es nochmals gut geht.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • Antworten Hilda

    Liebe Karen,
    ich hab in Sachen Buchs das “kleinere” Problem gewählt und spritze regelmäßig mit einem Bacillus thuringiensis-Präparat. Warum das das “kleinere” Problem ist? Weil diesen Schädling kann ich bekämpfen. Der andere Schädling, der mir alle Alternativen wegfrisst (die Wühlmaus), ist ungleich schwerer wieder los zu werden. Ich hoffe außerdem, dass die natürlichen Feinde des Zünslers sich bei uns vermehren. Die Spatzen haben ihn ja schon als Futter erkannt. Bisher fahre ich damit ganz gut, auch wenn ich es heuer fast übesehen hätte (es war nämlich bis vor kurzem hier Ruhe, nur wenige Raupen und die haben sich die Vögel geholt).
    Der Gamander gefällt mir aber dennoch super gut. Nicht für die Aufgabe, die der Buchs in meinem Garten hat (immergrün, gut schnittfähig und formgebend) aber als Randbepflanzung für ein Kräuterbeet z.b. Danke für die Pflanzenvorstellung.

    Liebe Grüße und noch eine schöne Woche!

    Hilda

  • Antworten eva

    Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal vom Buchsbaumzünsler gehört und als meine Seniorin ihn in der Hecke hatte,
    sah das gar nicht schön aus.

    Der Sohn hat die Hecke dann behandelt, Ich weiß nichtmit was. Aber der Zünsler war weg und siehe da, die Hecke kommt wieder. Demnächst wird sie geschnitten werden und dann wird man weiter sehen.

    Ich bin nicht so für Buchs aber das ist ja verschieden.

    Hab einen schönen Tag

    Lieben Gruß Eva

  • Antworten elfi

    meine buchskugeln sind alle abgefressen… , habe bis jetzt keinen ersatz gefunden .. wird dieser strauch auch gross ? liebe grüsse

    • Antworten Karen

      Hallo Elfi,
      so richtig groß wird man ihn wohl nicht bekommen, weil er nicht so hartes Holz hat wie Buchsbaum, also eher für niedrige Umrandungen geeignet.
      Liebe Grüße
      Karen

  • Antworten Elke

    Hallo, ich habe festgestellt, dass der Zünsler nicht an meinem Buchsbaum der Sorte Angustifolia (mit dickeren Blättern) sitzt – sonst allerdings bekämpfe ich ihn momentan überall in den Kugeln und Einfassungen.
    Die Angustifolia-Sorte kann man wunderbar durch Kopfstecklinge vermehren, der einzige Nachteil ist wohl dass er sehr langsam wächst.

    • Antworten Karen

      Hallo Elke,
      das ist interessant, wahrscheinlich sind den Raupen die Blätter zu hart. Hier https://baumschule-atrops.de/18-unempfindliche-sorten habe ich gefunden, das Buxus microphylla ‘Herrenhausen’ besonders unempfindlich sein soll. Es wäre zumindest im Buchsgarten bei mir vor der Terrasse einen Versuch wert.
      Liebe Grüße
      Karen

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