Rosen

“Wollen Rosen kaufen?” Den Spruch hat wohl jeder schon mal gehört, wenn Blumenverkäufer die Runde machen.

Nee, ich wollte früher niemals Rosen kaufen. Weder im Restaurant noch in der Gärtnerei. Ich kannte
Rosen nur als sporkelige starre Gewächse, die die Gärten der 70-ger und 80-ger Jahre “zierten”. Und wenn sich nichts verändert hat, stehen sie dort noch wie die Zinnsoldaten.

Da ich viel in Gartenzeitschriften blättere schon seit langer Zeit, setzte sich irgendwann der Begriff historische Rosen bei mir fest. Die Bilder dazu gefielen mir weitaus besser als die verschmähten Stachelkönige, die ich als Rosen kannte.

Im Internet stieß ich auf Menschen, die diesen Rosen förmlich verfallen waren. Da mir die Abbildungen solcher Rosen im Gartenumfeld sehr gut gefielen, wollte ich es mal mit ihnen versuchen. Doch woher nehmen und in welcher Form? Rose rot, weiß, rosa vom Discounter wollte ich gar nicht erst probieren. Wenn, dann sollten diese Kinder klangvolle Namen haben.

Rosenanfänger, der ich war, kaufte ich Mitte 2010 zunächst mal einige Containerrosen, nicht nur Historische. Ghislaine de Feligonde, Veilchenblau, Rose de Resht, Ferdinand Picard, Louise Odier waren darunter.

Hier im Sommer 2011:

 

 

Okay, das war eine leichte Übung und sie überstanden den Winter gut. Veilchenblau mickerte allerdings an ihrem Standort, sie sollte eigentlich in ein vorhandenes Gehölz hineinranken, der Boden gab das nicht her, sie wäre fast krepiert.

Kleiner Exkurs:
Veilchenblau musste also umziehen an ein anderes Gehölz und mickerte dort weiter, aber sie gab nicht auf. Noch ein Umzug, dieses Mal in einen großen in den Boden versenkten nach unten offenen Maurerbottich. Und inzwischen sieht sie glücklicher aus und hat 2014 das erste Mal geblüht. Tschakka!

Doch zurück zur Geschichte:

Über den Sommer 2011 kamen noch einige teure Container dazu, jeweils dann gekauft, wenn sie blühten. Die Preise für die Containerrosen war mir bei der entzwischen imposant angewachsenen Rosenwunschliste denn doch zu heftig. So konnte es nicht weitergehen.

Was ich mich nie getraut hatte, ich kaufte im Herbst 2011 eine Ladung wurzelnackter Rosen und setzte sie genau nach Anweisung in die Erde. Weil ich noch nicht genug hatte und die Wurzelnackten doch recht günstig waren, folgten im Dezember 2011 weitere vom gleichen Lieferanten.

Im nächsten Frühjahr kam das böse Erwachen, der zunächst milde Winter mit dann im Februar einsetzenden Kahlfrösten hatte vielen dieser Rosen trotz Anhäufelung den Garaus gemacht. Ich reklamierte beim Lieferanten und bekam auch Ersatz. Hätte ich besser auch die offensichtlich überlebenden Mickerlinge reklamiert, denn von denen starben in der Folge auch noch welche. Aber ich war ja noch in der Rosenlehre..

Hier als Beispiel die erfrorene Honorine de Brabant:

Die Kleinchen zeigten übers Jahr dann doch ganz nettes Wachstum und wunderschöne Blüten, ich wollte mehr Rosen kaufen! Im Frühjahr 2012 folgten 2 weitere Ladungen Wurzelnackter von einem anderen Lieferanten, gerade noch rechtzeitig geerdet, bevor es vorbei ist mit dem Setzen dieser günstigen Variante. Enige gab’s nur als Container, der in dem Stadium aber längst nicht so teuer ist, wie zur Blütezeit.

 

Diejenigen, die der Frost in Ruhe gelassen hatte, sahen Mitte 2012 z.B.so aus:

 

Fisher&Holmes
Marbree

 


Sommer 2012, ich habe den Hals noch nicht voll und kaufe für die neuen Rosenbögen im Gemüsegarten u.a. Plätze Containerrosen:
Hebe’ Lip – Leopold Ritter
Mrs. John Laing – Eugenie Guinoisseau – Jacques Cartier
Roseraie de L’Haye – Rose-Marie Viaud

Im April 2013 folgt der vorerst letzte Rosenkauf- und Pflanzanfall, denn nun sind die Rosenplätze wirklich belegt. Ich möchte ja auch noch andere Pflanzen im Garten haben.