Die Flucht nach Hamburg

Print Friendly, PDF & Email

Der Titel Flucht nach Hamburg klingt vielleicht etwas reißerisch, ich kann das erklären! Am vorletzten Wochenende hatten wir einen Ankündigungszettel im Briefkasten. Der Junior unserer Nachbarn wollte am Samstag darauf seinen Geburtstag in der Garage feiern. So bis 2 Uhr nachts und es würde wohl auch lauter.

Generell finde ich es toll, das überhaupt informiert wird und natürlich sollen die Youngsters auch mal ordentlich Party machen. Haben wir früher schließlich auch gemacht, die Garage war schon damals heiß begehrt für solche Events.

mal wieder mit den Rädern in einer Hotel Tiefgarage
mal wieder mit den Rädern in einer Hotel Tiefgarage

Nun sind Garagen meistens nicht schall isoliert und die Betreffende liegt genau neben unserem Wohnzimmer in 3 Metern Entfernung. Nach einer Garagen-Musikprobe am Mittwoch davor stand fest, wir flüchten und lassen den Lärm zurück.

Spontane Idee von Frau Allegria: wir fahren nach Hamburg, schlafen 2 Nächte im Hotel und nehmen die Räder mit. Wir sind ewig nicht durch Hamburg geradelt, dabei ist es dort so schön. Zack, Hotel gebucht über booking.com.

Die Flucht nach Hamburg

Am Freitagnachmittag haben wir uns hinter dem Stau vor dem Elbtunnel angestellt, um gegen 18:30 Uhr endlich am Rothenbaum im Hotel Grand Elysee anzukommen. Wir hatten ein schönes großes Zimmer mit Blick zum Innenhof und haben himmlisch geschlafen! Die Fahrräder nächtigten mit 3 Schlössern gesichert in der Tiefgarage, ähnlich wie in Bremerhaven auf unserer Ostertour.

Für unseren Fahrradfahrtag,

den Samstag war sehr kräftiger Südwestwind angesagt. Deshalb hatte ich 2 Touren über Komoot erstellt, auf denen uns der Wind vor sich her treibt.

erste Pause kurz bevor wir den Alsterwanderweg erreichen
erste Pause kurz bevor wir den Alsterwanderweg erreichen

Los ging es am späten Morgen nach einem opulenten Frühstück (Frühstück gibt es dort am Wochenende bis 11:30 Uhr, ein Traum für uns Langschläfer!) Richtung Alster und dann immer

am Lauf der Alster entlang.

Allerdings haben wir einen spontanen Abstecher nach Langenhorn in den Neuberger Weg eingeschoben, wo einst Helmut und Loki Schmidt wohnten. Den verlinkten virtuellen Rundgang haben wir schon gemacht, nun wären wir gerne eingetreten, um zu prüfen, ob es noch nach Zigarettenrauch riecht. Leider öffnet die Stiftung nur am Donnerstag das Haus.

die Alster
die Alster

an der U-Bahn-Endstation Ohlstedt
an der U-Bahn-Endstation Ohlstedt

Zurück an der Alster, ging es entlang des Alsterwanderweges verschlungen auf und ab bis nach Ohlstedt, wo wir in die U-Bahn gestiegen sind, um quer durch Hamburg bis nach Wedel zu fahren.

Denn Tour Nummer 2 ging

von Wedel an der Elbe entlang

bis zum Hotel zurück. Gleich zu Anfang sind wir im Schulauer Fährhaus eingekehrt um uns zu stärken. Dort hörten wir die Durchsage, das noch 2 Kreuzfahrtschiffe an dem Abend Richtung Nordsee das Fährhaus passieren werden.

Fähranleger Schulau
Fähranleger Schulau

Radreparaturstation am Elberadweg
Radreparaturstation am Elberadweg
Werkzeug, sicher angekettet
Werkzeug, sicher angekettet

Beide Schiffe haben wir während der Tour später gesehen. Die Aida Perla mit 300m Länge und danach den unförmigen Koloss MSC Orchestra mit 296m Länge. Die wirkt deutlich massiver und erinnert nicht mehr wirklich an ein Schiff. Unser Ding wäre das sowieso nicht, auf solch einem Pott eingesperrt zu sein. Vom ökologischen Aspekt mal ganz abgesehen.

Aida Perla
Aida Perla
MSC Orchestra
MSC Orchestra

Wir hatten Glück und der Regen fiel entweder hinter uns oder während wir in U- und S-Bahn saßen. Einmal mussten wir uns unter das Dach eines kleinen Kioskes am Beginn des Falkensteiner Wegs flüchten. Dort haben wir uns während eines Schauers nett mit einem Paar unterhalten, das dort ganz in der Nähe wohnt.

Blankenese
Blankenese

Weil wir unbedingt noch eine Weile am Elbstrand sitzen wollten, konnten wir die Elbphilharmonie leider nicht mehr von der Abendsonne angestrahlt erleben. Als wir endlich dort waren, war es schon recht finster.

Ein Blender, dieser Raddampfer! Das Rad läuft nur mit und treibt gar nicht an.

mit der Elphi im Hintergrund
mit der Elphi im Hintergrund

Wir haben unsere kleine Flucht sehr genossen, nur der Rückweg war wegen neuerlicher Staus beschwerlich. Bist Du auch schon mal vor Lärm geflüchtet?

22 Gedanken zu “Die Flucht nach Hamburg

  1. Ohja…wir hatten letzthin genau dieselbe Situation: Auf unserem Grundstück steht auch noch der alte Stall, der nun unter anderem als Werkstatt für die Gartenbauer dient. Allerdings gibt es da auch noch einen kleinen Raum zum Feiern mit Pizzaofen, und die ehemalige Tenne ist jetzt ein grosser Fest- und Theatersaal. Das alles können auch Aussenstehende mieten. Vor 3 oder 4 Wochen war da eine Hochzeitsgesellschaft zugange, und ich kann dir sagen: Es war, als ob wir direkt neben den Boxen eines Openairs nächtigen würden. Morgens um halb 3 bin ich dann mal rausgewankt und habe drum gebeten, die Musik doch ETWAS leiser zu stellen, wir würden jetzt doch zu gerne noch 1oder 2 Stündchen schlafen….. Es wurde nur geringfüfig leiser, bevor morgens um 5 dann endlich Ruhe war.
    Ich bin ganz ehrlich: Ich empfand das als Zumutung. Denn wir sind ja hier nicht die einzigen, es leben ringsum in nächster Nähe noch alte Menschen und Familien mit kleinen Kindern. Ich fühlte mich am nächsten Tag, als ob ich vom Traktor überfahren worden wäre……Von daher verstehe ich absolut, dass ihr euch aus dem Staub gemacht habt! War ja offensichtlich ein sehr schöner Ausflug, tolle Bilder und fröhliche Radfahrer! ;oD
    Herzliche Hummelzgrüsse!

    1. Na Hummelchen, dann weißt Du ja, wie so etwas ist. Klar ist das eine Zumutung, wenn drumherum Leute wohnen. Man muss auch damit rechnen, das irgendwer (zu Recht) nachts die Polizei ruft wegen Lärmbelästigung. So ein mietbarer Feierschupenn wär der absolute Albtraum für mich!!!
      Liebe Grüße
      Karen

  2. für eine flucht sehr idyllisch!!
    ihr habt wirklich das beste draus gemacht – geliebte radtour, ein bisschen sightseeing, viel natur und frische luft! nur die outfits sind noch verbesserungswürdig – hihi!
    in so einem kreuzfahrt-eimer würde ich beklemmungen kriegen – lieber schipper ich im faltboot über den atlantik ;-D
    ich glaub ich bin noch nie vor lärm geflüchtet – in B war er eh allgegenwärtig….. und hier ist nie soviel lärm dass man abhaunen müsste.
    xxxxxx

    1. Ja, echte Hamburger Idylle. Am Alsterlauf glaubst Du nicht, mitten in der Großstadt zu sein. Outfits verbesserungswürdig? Du spielst ja wohl nicht wieder auf die Funktionskleidung an? Für deren Einsatz gibt es gute Gründe: leicht, schnell trocknend, wenig voluminös, flattern nicht -auch nicht in Fahrradspeichen 😉 – nur damit ist es uns möglich, unser gesamtes Gepäck für eine 14-tägige Radreise quer durch Deutschland in nur 2 Fahrradpacktaschen unterzubringen. Ach ja, ohne meine funktionelle POLSTERhose steige ich nicht aufs Rad, außer ich fahre nur zum Bäcker. Damit halte ich auch 100km am Stück im Sattel durch, während mit normaler Hose wohl ab 50/60km die Scheuerritis angesagt wäre.
      Liebe Grüße
      Karen

  3. Liebes, ich finde deine Lärmflucht war eine ganz hervorragendee Idee 😉
    Traumbilder sind das, ich bin auch ein HH Fan und bin auch schon mehrfach dagewesen. Aber immer wieder haut es mich um. Ich glaube auch, HH sieht in jeder Jahreszeit anders aus. Wir waren einmal um die Weihnachtszeit dort, Hammer sag ich dir.
    Danke für`s mitnehmen, danke für`s erinnern.
    xxx, Meisje

    1. Liebe Elke,
      dieses Mal werden wir bestimmt nicht so lange mit HH pausieren und auf jeden Fall geht es wieder in das gleiche Hotel. Das ist noch ein Familienbetrieb, wenn auch ein Riesiger. Ich freue mich, das Du auch ein Hamburg-Fan bist.
      Liebe Grüße
      Karen

  4. Das kann ich gut verstehen, liebe Karen, aber stell Dir mal vor, was bei uns letztes Jahr in der Nachbarschaft ablief! Da wurde duchgefeiert bis morgens um sieben und das mit voller Lautstärke! Unverschämt sowas! Informiert wurde vorher keineswegs! Die volle Lautstärke fand übrigens draußen im Freien statt! Die dachte wohl auch, heißer Sommer, alles egal, oder???????

    Puhh, wenn ich dieses gigantische Schiff sehe, wird mir ganz anders. Für mich wäre das auch absolut nichts, nicht mal geschenkt! Und das auch von der Ökologie abgesehen … das wäre Stress hoch 3. 😉

    Der Raddampfer ist ja hübsch! Da seid Ihr schön herum- und um den Krach gekommen. 🙂

    Liebe Grüße
    Sara

    1. Was???? Da hätte ich aber die Ordnungshüter gerufen, das geht ja gar nicht! Im letzten Jahr war hier auf einem Firmengelände öfter nächtelang bis morgens Technoparty und die Beats klangen ganz wunderbar bis hier. Da war auch nicht an Schlaf zu denken und mehrmals rückte die Polizei aus. Ja, hübsch ist der Raddampfer aber er schlägt nur Schaum, hihi.
      Liebe Grüße
      Karen

      1. Tja, wir sind doch von denen umgeben – da kannst du nichts machen! Das ist hier auf dem Dorf eben so – wenigstens einmal im Jahr! *augenroll*
        In der Stadt ist es aber auch nicht immer besser. Ich weiß es auch von dort, wo meine Schwester noch wohnt – Stadtrand eher … aber Miethaus. Bis da mal die Ordnungshüter kämen … und selbst dann …
        So wie Du es schreibst, die rücken mehrmals aus, es nützt aber alles nix. Die Leute sind heute aggressiver und selbstsüchtiger geworden. Da traut sich mancher gar nicht mehr, die Polizei zu rufen, aus Angst vor den Folgen.

        Liebe Grüße nochmal
        Sara

  5. Wir wohnen ja recht idyllisch und außer Hühnergegacker von gegenüber ist meist nicht viel zu hören. Allerdings feiern einige auch mal länger, die es nicht ankündigen. Flüchten mussten wir jedenfalls noch nicht. Meiner Schwester ist das aber schon passiert, da sie über einem Biergarten wohnt.
    Bei dem Vorhaben, das Schmidt-Haus zu besuchen, musste ich schmunzeln. Garantiert riecht man es noch….;-) Ich hab mir letztens den Loki-Schmidt Garten angeschaut und war begeistert. Leider war auch Hamburger Wetter.
    Herrlich, die Reparatursäule am Elbe-Radweg. Als wir dort unterwegs waren, gab es das noch nicht.
    LG Sigrun

  6. Liebe Karen,
    Da habt ihr aber eine wunderschöne Tour durch Hamburg unternommen. Tolle Bilder! Aus dieser Perspektive kenne ich die Stadt gar nicht.
    Vor Lärm müssen wir hier nicht flüchten. In unserem Minidorf ist es zumindest nachts ganz ruhig.
    Liebe Grüße
    Heike

  7. Liebe Karen,
    Dieses Wochenende hat sicher zur Entspannung beigetragen, auch im nachbarschaftlichen Umfeld. Eine sehr gute Entscheidung, einfach wegzufahren. Und Hamburg ist ja auf jeden Fall eine Reise wert. Schöne Touren habt ihr gemacht!
    Liebe Grüße
    Steffi

  8. Wir haben die letzte Party unseres Nachbarsjungen anlässlich seines 18. Geburtstages gut überstanden… er sah nicht so gut aus! Haha..
    Aber so eine Flucht hat natürlich auch was! Hamburg ist eine tolle Stadt. Mein letzter Besuch liegt allerdings schon eine Weile zurück!
    Unser Großer hat anlässlich seines Geburtstages gleich zwei Garagenparties angekündigt! Vielleicht sollten wir auch…
    Viele Grüße von
    Margit

  9. Ha, jetzt hatte ich grad einen Erinnerungsblitz aus dem Jahr 1981, liebe Karen: “Mädel, wir fahr’n nach Wedel!” Das sagte ich damals auf Interrail zu meiner Freundin Gaby, als wir in Hamburg waren und überlegten, welche Bahn bzw. welche Richtung wir nehmen sollten. Ob wir dann tatsächlich nach Wedel gefahren sind, weiß ich nicht mehr ;-)) Ihr habt das mit eurer Flucht jedenfalls SEHR g’scheit gemacht! Und die Sache mit Komoot – und MIT dem Wind radeln – ebenfalls! Ihr habt “das Clever”! 🙂 Ob ich schon mal vor Lärm geflüchtet bin? Man kann sagen, unsere Übersiedlung von Wien “aufs Land” war eine einzige Lärmflucht. Ich höre leider wie ein Viech, soll heißen, viel zu gut für diese Welt, oft schmerzhaft gut. Ich wollte damals nie wieder Silvester in der Stadt erleben müssen, dieser Lärm war für mich der blanke Horror: Wochenlanger “Krieg” der knallenden Jugendlichen in unserer kleinen Gasse…
    Herzliche rostrosige Wochenendgrüße,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/08/strand-picknick-monis-sommerfest-2019.html

  10. Hallo Karen,
    seit ich wirklich super schalldämpfende Ohrstöpsel habe, kann mich sowas nicht mehr schocken, aber ich habe vorher auch schon mal senkrecht im Bett gestanden, weil die Bässe durch die Wand dröhnten. Dann lieber auf und davon! In Hamburg sind wir mit den Leihfahrrädern der Bahn schon Rad gefahren, natürlich auch nach Blankenese, das muss immer sein, so schön da.
    VG
    Elke

  11. Liebe Karen,
    vor Lärm, weil gefeiert wird, sind wir noch nicht geflohen. Meistens höre ich das nicht mehr, wenn ich einmal eingeschlafen bin.
    Eure Radtouren sind beeindruckend schön. Als Du geschrieben hast, dass ihr in Hamburg radeln wollt, sind mir nur Autos und verstopfte Straßen eingefallen. Ich hätte nicht gedacht, dass man da so schöne Touren machen kann.
    Ein Fahrradreparaturstation habe ich noch nie gesehen. Aber ich hätte schon öfters mal eine gebrauchen können.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  12. Hallo Karen,
    na – wenn die “Flucht” in einem so herrlichen Wochenende endet, dann kann man das ja fast nicht mehr Flucht nennen :-).
    Wir hatten bisher immer Glück und mussten nicht flüchten: die Nachbarn rechts sind zu alt für Lärm und bei den Nachbarn links waren wir bisher immer mit eingeladen wenn es mal laut wurde *lach*
    Liebe Grüße,
    Krümel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.