Buchsgarten: Entstehung, Entwicklung und Niedergang

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Die Idee für meinen Buchsgarten habe ich 2009 entwickelt. Zunächst wurde auf Papier skizziert, was ich auf den Garten übertragen wollte. Der Buchsgarten sollte die Form unseres Esszimmererkers aufnehmen und mit ihm eine Achse bilden. Um das zu veranschaulichen, ist ein Foto im fertigen mittleren Entwicklungsstadium gut geeignet.

Buchsgarten im Juni 2012

Der Beginn

Aber zurück ins Jahr 2009. Der Beginn war etwas unorthodox. Nicht die Pflanzflächen wurden vom Rasen befreit, sondern die künftigen Wege. Das Natursteinpflaster sollte aus unserem großen Vorrat an Feldsteinen entstehen.

Man beachte den hässlichen Lampenspargel in der Mitte. Grundstruktur des Wegs abstechen, Rasenplacken entfernen, etwas glätten und los geht es direkt mit der Steinlegerei in unseren sandigen Geestboden.  Zack, ist die hässliche Lampe weg und durch einen Bodenstrahler ersetzt worden. Dieser ist im Lauf der Jahre leider stromlos geworden, womöglich haben Mäuse das Zuführungskabel zerstört, aus der Fortsetzung nach hinten kommt nämlich auch kein Strom mehr.  Die größte Belohnung für die fleißige Steinsetzerin ist dann das Versenken des Buchsnachschubes im Boden. Angießen und einfach freuen. Nun wachst mal gut!

Schön verteilen im Beet und dann mal ran. 

Der Weiterbau des Buchsgarten

Der Winter kommt, der Weiterbau pausiert. Im März 2010 geht es endlich weiter. So sieht es im Juli aus:Buchsgarten Juli 2010

Stück für Stück arbeite ich mich nach hinten vor, bis mir die Steine ausgehen.

Buchsgarten im Juli 2011, fast fertig! Den Querweg kann ich gerade noch fertigstellen, die letzte Gerade wird ersatzweise mit Quadersteinen belegt.

Feldsteinmangel und Müßiggang

Steine habe ich immer noch nicht genug gesammelt, aber manchmal will die Gärtnerin auch nur die schöne Stimmung am Abend genießen.

Abendstimmung Juli 2012

Fertigstellung

Ein Jahr später ist endlich auch das letzte Wegstück  mit Feldsteinen belegt und das Unkraut bahnt sich munter seinen Weg durch die Fugen.

Buchsgarten im Juni 2015

Die Freude am fertigen Buchsgarten überwiegt die jährliche Qual, die Fugen ein wenig von Quecken & Co. zu befreien. Links sieht man schon den Baubeginn des künftigen Senkgartens (Fläche abgeplackt).

Der neue “Nachbar”

Im Jahr 2017 wird nebenan der Senkgarten fertig, hier noch mit dem anfangs steril anmutenden neuen Schotter. Der Essigbaum steht noch, aber das wird “Sebastian” bald ändern.

Juli 2017

Auch im Hintergrund ist viel passiert. Die Buchenhecke vorm Gerätehaus wächst wunderbar, der Gemüsegarten ist mir eine Freude und überhaupt ist nun nicht mehr viel Platz im Garten.

Juni 2018

Ach ja, seit 2014 haben wir auch einen Naturteich, der hier nicht zu sehen ist. ich bin sehr zufrieden mit unserem Buchsgarten, auch wenn von den Rosen, die ihn zum Rosengarten machen sollten, nicht alle wirklich gut wachsen und einige bereits entfernt wurden.

Der Niedergang

In 2018 haben wir das erste Mal den Buchsbaumzünsler zu Besuch, minimale Fraßschäden sind zu sehen. Ich kontere mit Algenkalk, ein teures, staubiges und mühsames Unterfangen. Der Kalk hat dem Buchs vermutlich grundsätzlich gut getan und so retten wir uns ins Folgejahr

Juni 2019

Der Buchbaumzünsler schlägt zu

Wenn ich mit Algenkalk den Kampf hätte weiterführen wollen, hätten ich nach jedem Abwaschen durch Regengüsse neu kalken müssen, das steht in keinem Verhältnis. Der Rest Algenkalk ist aufgebraucht, der Zünsler lacht sich ins Fäustchen

das blanke Elend im August 2019

Zum Glück sind die Schäden in 2019 nur am kleinen Beet links hinter schlimmer, der Rest sieht noch einigermaßen aus.

In 2020 will ich ganz schlau sein und schneide den Buchs bereits im März, um einige überwinternde Puppen gleich mit zu entsorgen. Danach sieht der Buchsgarten wirklich gerupft aus, aber er erholt sich wieder.

Im Juli 2020 glaube ich schon, das Problem ist überwunden, weil der Buchsgarten gut aussieht. Das ist auch dem Umstand geschuldet, das die Spatzen, Meisen und Amseln Geschmack an den Raupen gefunden haben, solange sie im Brutgeschäft waren.

Im August interessiert sich kein Vogel mehr für die grünschwarzen Raupen und der Niedergang nimmt weiter seinen Lauf

Dreimal sammle ich bei sengender Hitze mit der Pinzette Zünslerraupen ab und schwöre mir, ab jetzt lasse ich der Natur ihren Lauf. Ich mache nichts mehr. Wenn der Buchs hinüber ist, fliegt er raus!

Schäden im August 2020

Das Jahr 2021 kommt, ich schneide gar nicht, um dem Buchs Kraft zu lassen. Die Vögel sammeln während der Brutzeit fleißig Zünslerraupen, der Regen tut dem Buchs gut und er sieht einfach prächtig aus. Doch natürlich habe ich mich wieder zu früh gefreut.

Einige Wochen nach Ende des Brutgeschäfts schlagen die Zünsler mit voller Kraft zu!

Ein Bild des Jammers und Meter um Meter wird sich weiter vorgefressen.

Da, wo bereits Schäden aus den Vorjahren zu verzeichnen waren, treibt der Buchs zwar von ganz unten wieder durch, aber das Grün wird sofort erledigt. So wie oben sehen die neu befallenen Pflanzen aus.

Es gibt NOCH gesunde Ecken, alles nur eine Frage der Zeit.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel, den ich nicht fortsetzen möchte. Das Elend bleibt stehen bis ins nächste Jahr, ich schaue mir die Entwicklung an und eventuell heißt es im August 2022, tschüss Buchsgarten!

Zum Pinnen:

Hast Du noch Buchspflanzen in Deinem Garten?

20 Gedanken zu “Buchsgarten: Entstehung, Entwicklung und Niedergang

  1. du tapfere gärtnerin!
    zum glück hat mir die idee von winzigen heckchen um beete noch nie gefallen – ausser in barock-parterres vor schlössern 😀
    also steht hier kein buchs und ich muss mich nicht über zünsler ärgern.
    die schnecken, mäuse, käfer etc. reichen mir schon……… obwohl ich versuch, die sache budhistisch zu sehen: was wird wird, was nicht will wird nicht gezwungen. und manchmal gibts auf die weise positive überraschungen!
    und garten ist eben auch ständige veränderung – und wege haben sich gefälligst von selbst plattzutreten – gejätet werden die nicht. was zuwächst wird also auch nicht gebraucht 😀
    ich denke, du hast genug neue ideen um den buchsgarten zu ersetzen!
    xxxxx <3

    1. Du wirst es nicht glauben, ich habe tatsächlich keine Ideen, was danach passiert. Nur Eines steht fest, durch Ilex Crenata o.a. wird der nicht ersetzt. Die Bepflanzung der Beete ist eh etwas aus der Form geraten und voller Quecken.
      Wenn das Drumherum mal weg ist, lass ich das auf mich wirken und mache erst dann neue Pläne. 😁
      Liebe Grüße ins Bahnwärterhaus
      Karen

      1. na auf jeden fall fällt dir was ein, wenn die leinwand erstmal wieder “leer” ist!
        hoffentlich was “pflegeleichtes” – man wird ja nich jünger.
        und was dem davongallopierenden klima angepasstes, resistentes……
        😀
        <3
        xx

      2. Bei mir war das so ähnlich! Erst, als die Zünsler wirklich überall waren und sich sogar von meiner Esche abseilten, war Schluss! Es war einfach nur noch eklig. Einen Teil habe ich weggefahren und hatte dann die Raupen im Auto. Ich habe daraufhin alles abgeschnitten und an Ort und Stelle verbrannt. Jetzt habe ich nur noch einzelne Buchspflanzen, die der Zünsler wohl noch nicht gefunden hat. Erst war ich schon ziemlich geschockt… mittlerweile vermisse ich den Buchs gar nicht mehr. Es gibt schließlich andere Pflanzen. Ich gärtnere ja grundsätzlich nach dem Motto… was nicht von alleine wächst, fliegt raus. Damit lebt es sich sehr entspannt!
        Gruß Margit

        1. Das ist die richtige Einstellung, liebe Margit, so gärtnere ich heute auch! Früher habe ich Pflanzen, die immer wieder eingingen, dreimal nachgepflanzt und sie gingen natürlich wieder ein. Wem es hier gefällt, der wächst auch gut. Die Pflanzen werden samt eventueller Puppen darin alle in der Feuerschale enden. Der Buchs, der mal den Gemüsegarten einfasste und schon viel eher hinüber war, ist auch auf diese Weise ins Jenseits gegangen. Raus mit den Pflanzen, trocknen lassen, ein paar dicke Scheite aufs Feuer und dann eine Pflanze nach der anderen mit fröhlichem Abgesang auf den Zünsler schmoren lassen 😉
          LG Karen

  2. Wir haben schon seit 2019 keine Buchs-Hecke mehr und nur noch eine einsame kleine Buchs-Pflanze, die Familie Zünsler anscheinend noch nicht entdeckt hat. Dafür haben sie sich ersatzweise über das Zimbelkraut hergemacht, das bei uns auf dem Hof in Kübeln und jeder Fuge wächst *grrrrr*. Ich sag nix mehr dazu… einfach nur ärgerlich. ..

    1. Ilka, ich erinnere mich an den Abgang Eures Buchses und hoffte, das wir verschont bleiben. Ich nehme es jetzt, wie es kommt und versuche, mich nicht zu ärgern.
      Liebe Grüße von nebenan
      Karen

  3. Ohje. Naja, Buchse scheinen einfach schwierig zu sein. Und um ehrlich zu sein: ich würd mir auch keinen pflanzen. Weil er aus ökologischer Sicht einfach keinen Sinn macht. (Ausser als Nahrung für den Zünsler, *gg*…..) Wie wärs denn z.B. mit Lavendel ringsum? Ich bin keine Gärtnerin und kann deshalb auch nicht beurteilen, ob das klappen würde. Aber hübsch anzusehen und herrlich duftend wärs, ausserdem ein Eldorado für Vieles, was da flattert, summt und brummt. Achjo- ich bin sicher, früher oder später wird dir was einfallen!
    Die Lösung für die kleinen Wege mit den Steinbollen allerdings, die finde ich ausgesprochen hübsch- und praktisch! Darf allerdings gar nicht daran denken, was dein Rücken davon gehalten hat….😮
    Bin gespannt, was nächstes Frühjahr werden wird bei dir!
    Aber jetzt geniessen wir erst mal den Herbst, gell? Freu mich total, dass er langsam kommt….
    Ganz herzliche Grüsse!

    1. Ja, ich bin ganz froh, der der große Vegetationsschub vorbei ist, ich kam dieses Jahr bei dem vielen Regen überhaupt nicht mehr hinterher. Manche Beete sind echt verwildert. Wenn der Buchs wachsen dürfte und zur Blüte kommt. hat er durchaus ökologischen Nutzen, er wird dann von vielen Insekten angeflogen, habe ich selber gesehen. Wird bei einer kurzen Einfassungshecke leider nie passieren. Lavendel ist toll, habe ich gleich daneben eine ganze Reihe, aber er wird selbst bei regelmäßigem Schnitt immer mächtiger und eignet sich nicht als schmale allzeit kürzbare Einfassung. Buchs kann man bis aufs alte Holz schneiden, Lavendel nicnt, der stirbt dann ab.
      LG Karen

  4. Ach ich kann dir gut nachempfinden…. aus meinem alten Schrebergarten habe ich sozusagen aus nostalgischen Gründen einen Buchs auf meinem Balkon gerettet und letztes Jahr oder dieses… überleg… durfte er umziehen in unseren Garten und schwupps, gab es ihn nicht mehr… tja, manche Sachen sind halt so.

    Ich habe jetzt an einer Ecke versucht Lavendel in die Erde zu stecken, vielleicht kommt ja neuer aber nicht mehr als Umrandung .
    Liebe Grüße jacky

  5. Hallo Karen, wie schade um die ganze liebevolle Arbeit die in deinem Buchsgarten steckt. Leider auch irgendwie ernüchternd. Ich habe auch noch einen großen Altbestand an Buchs, inkl. Beeteinfassungen, im Garten rumstehen und bin noch in der besorgten Beobachtungsphase. Bin schon gespannt, was du dir einfallen lässt. LG Molli

    1. Hallo Molli,
      ich glaube, wenn der Buchs weg ist, bleibt das so offen. Nach innen gibt der Feldsteinweg Struktur und nach außen werde ich wohl eine ebene Steinkante zur Abtrennung vom Gras einbauen, habe ich mir heute überlegt. Für die hohen Stauden (Kandelaber-Ehrenpreis) in Teichnähe werde ich nach Beseitigung Staudenstützen bauen müssen. Ich sehe dem Schicksal gelassen ins Auge 😉
      LG Karen

  6. Liebe Karen,
    ein sehr schöner Post, der die Entwicklung gut zeigt. Mir gefallen auch die Wege besonders gut, alles passt sehr schön zusammen. Der Zünsler ist schon eine echte Plage, wir hatten dieses Jahr auch einen stärkeren Befall, da wir keine Meisenknödel in die Buchse hängen konnten, die hätte Lotti sonst gefressen.
    Ich drücke Dir die Daumen, dass der Buchs sich wieder erholt und wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang,
      an den in den Vorjahren geschädigten Pflanzen kann ich die sehr spärliche Erholung gut beobachten. Aber was nützt es, wenn dann wieder der Zünsler über die neuen Blättchen herfällt? Ich habe begonnen, die Buchse auszugraben , um sie zu entsorgen. Platz für was Neues, wie es so schön heißt.
      LG Karen

  7. Hier kein Buchs, das passte in unser Minigärtchen nicht. Meine Begeisterung in deiner Story gilt ja dem Weg und der Steinsetzerin. Bei uns habe ich “nur” die Terrasse mit platten Granitsteinen gepflastert, das war auch mühsam und ich bin immer dagegen, wenn der Ingenieur “ordentliche” Planken verlegen will.
    Und ich bin gespannt, was dir als Folgeprojekt einfällt.
    LG Ilka

    1. Hallo Ilka,
      im Urlaub hatte ich 2 Wochen Zeit, mir Gedanken zu machen. Der Buchs fliegt raus! Nach links wird eine Reihe Granitsteinn gesetzt, die ich eh noch rumliegen habe. Nach innen ist das Wegekreuz begrenzend und zum Senkgarten hin liegt schon eine Reihe Granitsteine. Das muss reichen und ich komme endlich besser an die dringend überholungsbedürftigen Beete 🙂
      LG Karen

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