Nur keine Hastik! Wir haben Zeit…

Kürzlich ist im Knaus-Verlag das Buch ‘Eine Million Minuten’ von Wolf Küper erschienen. Schon mal ausgerechnet, wieviel das in Tagen ausmacht? Das sind fast 2 Jahre!

Auf dem Cover sieht man ein Stück des wesentlichen Inhaltes: Familie Küper nimmt sich Zeit füreinander. Tochter Nina hat sich eines Abends von Papa Wolf gewünscht, das sie eine Million Minuten Zeit füreinander hätten. Nur für die ganz schönen Sachen.Nach einem Test bei einem angesagtem Psychologen hat Familie Küper schriftlich, was eigentlich schon klar war. Nina ist ein besonderes Kind, das viel Zeit für alles und Aufmerksamkeit benötigt. Sie ist in der Motorik behindert, hat aber eine rege Phantasie und kreative Ideen. Wortschöpfungen wie “Hastik” finde ich genial von ihr. Trotzdem ist das Urteil des Psychologen für die Eltern ein ganz schöner Brocken, den es irgendwie zu schlucken gilt.

Mutter Vera erinnert sich an frühere glücklich unbeschwerte Zeiten, in denen das Paar als Rucksacktouristen in Lateinamerika unterwegs gewesen ist. Nachdem Wolf überlegt hat, das Familienzeit heute durchaus wertvoller sein kann als eine Karriere, macht sich die ganze Familie Wolf (da gibt es auch noch den kleinen Bruder, von Nina Mr. Simon genannt) auf eine lange Reise. Nicht nur in die weite Ferne Thailands, Australiens und Neuseelands, sondern auch zueinander und sich selbst.

Los geht es auf der kleinen Insel Phra Thong vor der thailändischen Küste, wo die Küpers mit viel Glück durch eine zufällige Bekanntschaft ihre für dortige Verhältnisse relativ “einfache” Unterkunft gratis gegen ein Luxusdomizil tauschen können. Na, wenn das mal kein guter Einstieg ist?

Anfangs noch etwas überfordert, was man mit der ganzen vielen Zeit nun anfangen soll, rüttelt sich das bald zurecht. Nina hat das Problem nie, sie weiß genau, mit was sie ihre Zeit verbringen kann.

Von Thailand geht es nach circa einem Viertel der geplanten Zeit weiter nach Australien. Und dort bleiben die Küpers echt lange, an verschiedenen Orten. Nie zuvor hatte ich von Denmark in Australien gehört. Aber ich muss sagen, die dortigen Bewohner sind mir echt sympathisch geworden beim Lesen dieses Buches. In Denmark lernt Wolf auch viel für sich selbst und macht Erfahrungen, an die er früher wohl nie gedacht hätte.

Als die Sanduhr mit der Million Minuten schon ganz schön leer im oberen Bereich ist, geht es nach Neuseeland, wo Nina bei der Einreise behauptet “We are from Australia”. Nach über einem Jahr dort kann man sich als kleines Mädchen schon mal so fühlen.

Mehr möchte ich aus dem Inhalt nicht verraten.

Der Schreibstil ist mit feinem Humor und Selbstironie gewürzt, das gefällt mir extrem gut. Was ich ein bisschen schade finde ist, das der Autor nicht verrät, wodurch diese Reise möglich wurde. Abgesehen davon, das eine Freistellung über 2 Jahre wohl eher die Ausnahme ist, muss solch eine Mammutreise ja auch finanziert werden. Und in Denmark scheint mir Wolf ein wenig sehr auf einen Selbsterfahrungstrip geraten zu sein, dabei ging es doch eigentlich um die Familie?

Das tut der Gesamtqualität dieses wundervollen Buches aber keinen Abbruch, ich kann es wärmstens weiterempfehlen und schiebe es in mein Bücherregal, weil ich es mit Sicherheit ein zweites Mal lesen werde. Ich freue mich jetzt schon auf diese Fernreise!

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Von mir gibt es ✰✰✰✰✰

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6 Gedanken zu “Nur keine Hastik! Wir haben Zeit…

    1. Oh Gott nee, das ist es nicht. Es passieren keine schlimmen Unglücke, die sich am Ende zum Guten wenden. Allerdings beschleicht mich der Verdacht, das alles, was schief gegangen sein könnte, nicht erwähnt wird 😉

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