Auf dem Elberadweg in die sächsische Schweiz

Irgendwann einmal möchte ich mit meinem Mann den Elberadweg fahren. Da bot es sich an, den Dresdenbesuch zu nutzen, um zumindest ein kleines Stück dieses Fernradweges abzuradeln und Eindrücke zu sammeln.

Schlösserblick vom Elberadweg

Bereits von zuhause aus hatte ich nach Mieträdern in Dresden Ausschau gehalten. Positiv aufgefallen ist mir die Mietstation Dresden mit guten Bewertungen, einer großen Auswahl an Rädern sowie der genialen Möglichkeit, das Wunschrad ins Hotel liefern und dort am Folgetag wieder abholen zulassen. Ohne Zusatzkosten bei Partnerhotels, tolle Sache! Hat alles super geklappt, für 12 Euro hatte ich einen entspannten Radeltag auf dem Elberadweg und konnte abends das Rad im Hof des Hotels einfach anschließen und den Schlüssel beim Concierge abgeben.

Die Dresdner Altstadt an einem Samstagvormittag auf dem Rad zu verlassen, erfordert echte Fahrkunst. Zwischen blind dahin tapsenden Touristen, die keine Klingel wahrnehmen, schlängelt sich der Radfahrer vorsichtig an die Elbe hinunter. Dort wird es nicht sofort übersichtlicher, immer noch Horden von Passanten, zumal am Elbufer der Samstagsflohmarkt die Menschen anzieht. Ich schob mein Rad behutsam an der äußeren Flohmarktstandreihe vorbei, hätte ich doch nichts Großes mitnehmen können.

Nach dem Flohmarkt

wird die Strecke dann angenehm. Radelt man in Richtung des Flussursprungs, kommen stets mehr Radfahrer entgegen, als in der gleichen Richtung unterwegs sind. So ist das üblich auf Flussradwegen. Wobei wir es im nächsten Jahr auf dem Weser-Radweg genau anders herum machen werden und ebenfalls Richtung Flussursprung fahren.

Festung Königstein taucht in der Ferne auf

Mein Ziel an diesem Tag lag in Königstein in der sächsischen Schweiz. Dort befindet sich nicht nur ein Bahnhof direkt am Elberadweg, vom dem aus mich die S-Bahn am Abend bequem zurück nach Dresden bringen sollte, sondern auch das Bahnwärterhäuschen. Das Bahnwärterhäuschen ist Namensgeber eines Blogs, dessen Leserin ich schon recht lange bin und das beruht auf Gegenseitigkeit. Gemeinsame Liebe zum naturnahen Gärtnern und die Wanderlust haben wir zwei Bloggerinnen gemeinsam. Was liegt da näher, als die virtuelle Bekanntschaft unter Bloggerfreundinnen mal in die Realität zu übertragen? Ich kündigte meinen geplanten Besuch beizeiten im Bahnwärterhaus an und sowohl Beate als auch ihr Mann hatten Zeit für mich und freuten sich auf mein Kommen.

Bis dahin genoß ich die Zeit auf dem

Elberadweg

und musste mich manchmal etwas abstrampeln, es geht nicht nur flach unten am Fluß entlang. Bei einer kurzen Pause Nähe Rathen erspähte ich eine interessante Felsformation mit Gebäude und einer gigantischen Brücke. Ich Unwissende (dabei bin ich sonst immer recht gut informiert über Sehenswürdigkeiten am Weg, shame on me!) hatte die sehr bekannte

Bastei

entdeckt, wie mich Beate später aufklärte.

Foto von pixabay, https://pixabay.com/de/users/ivabalk-782511/

Wie geplant radelte ich pünktlich um 14 Uhr auf den Hof des Bahnwärterhäuschens.  Ich hatte von Beate vorab eine liebevoll handgemalte Anfahrtsskizze erhalten, die ich bei mir trug. Wer ein wenig Orientierungssinn besitzt, packt die etwas ungewohnte Anfahrt aber auch so. Mehr verrate ich nicht.

Zum Anfang tauschten wir kleine Geschenke, z.B. im jeweiligen Garten selbst gesammelte Samen von Wildpflanzen, von denen wir wussten, der Andere hat diese Pflanze noch nicht.

Bei einem Cowboykaffee (hihi, Insider…) beschnupperten Beate und ich uns ein wenig. Ich wusste schon, das wir nicht nur am Kaffeetisch sitzen würden, denn Beate wandert sehr gerne durch die wunderschöne sächsische Schweiz und wollte mich auf den einen oder anderen Hügel führen. So geschah es dann auch. Zunächst mit dem Auto zum Startpunkt, erklommen wir zu dritt den

Papststein.

Meine lieben Bahnwärters

Sandstein lebt! In seinen Aushöhlungen verbergen sich Geister und gelegentlich schießt eine Hand hervor 😉

Ladies in red and blue – farbenfreudig gekleidete Wanderinnen.

Foto Rainer
Foto Rainer

Im Hintergrund der Lilienstein, den sieht man auch vom Bahnwärterhaus aus.Ist er doch, oder Beate? Windig war’s und leicht regnerisch verhangen.

EDIT: es ist die Festung Königsstein und nicht der Lilienstein, siehe Kommi Beate

Foto Rainer

Oben angekommen, eine stärkende Rast in der wirklich urgemütlichen Hütte. Achtung, die Portionen sind riesengroß! Ich wollte nicht auf die erfahrenen Bahnwärters hören und bestellte mir eine normale Portion, die ich natürlich nicht annähernd schaffen konnte. Beim Bier waren die Maße eindeutig festgelegt.

Foto Rainer oder Beate
Selfie Beate

Vom Papststein flink wieder abgestiegen trotz vollem Bauch, ging es gleich auf der anderen Seite wieder aufwärts.

Seht Ihr den mutigen Kletterer?

Begegnung beim Abstieg vom Papststein. Ein verlassener Rucksack mit Töpfchen. Wir haben die herbeieilende Eigentümerin nicht befragt, welchen Sinn das Töpfchen in der freien Natur macht.

Da geht es rauf!

Nicht überall, wo ein Geländer ist, ist auch ein Weg!


Tschakka, oben!

Der Gohrischstein

bietet ein fast Rundumpanorama bis hinein ins Riesengebirge! Meine erfahrene Bergführerin konnte mir so allerlei erklären, ich lauschte gespannt. Einige Passagen waren für mich leicht fordernd, zumal wie immer mein Fotoapparat am Hals baumelte. Wie ihr sehen könnt, war Beate mit leichtem Gepäck unterwegs, während ich wie immer den halben Hausstand im Rucksack herumtrage 😉

Foto Beate

Foto Beate

Foto Beate
Foto Beate

Ich habe mich ganz gerne am Mast festgehalten. Bin ich doch nicht schwindelfrei und rundherum war kein Geländer. Da krieg ich schon mal Schwankungen. Mit Geländer oder Brüstung kann ich mich überall hinstellen. Reine Kopfsache.

Foto Beate

Den Tag haben wir später im Bahnwärterhaus ausklingen lassen, bevor ich mich auf dem Weg zur Bahnstation machte. Ich kann Euch nur raten, nutzt solche Gelegenheiten und schaut mal, wer hinter den Blogs steckt, die Ihr mögt. Wer gerne Besuch empfängt und sich nicht versteckt, wenn sich ein interessierter Mitblogger ankündigt, der hat schon mal als Mensch gepunktet. Und nichts zu verstecken, weil nichts Fassade ist, sondern alles so, wie es auch im Blog präsentiert wird.

Beate hat bereits von meinem Besuch berichtet. Wer es noch nicht gelesen hat, HIER geht es entlang. Die Fotos sind größtenteils deckungsgleich, wir haben uns gegenseitig unterstützt.

Es war sicher nicht mein letzter Besuch im Bahnwärterhäuschen und in Dresden. Danke Beate und Rainer, das ihr Euch den Nachmittag für mich freigehalten habt, ich habe mich sehr wohlgefühlt mit Euch und bei Euch.

Vom darauffolgenden

Sonntag

gibt es nichts Spannendes mehr zu berichten. Morgens um 8 Uhr war ich bereits auf einem (nicht lohnenden) Flohmarkt und ärgerte mich, nicht länger geschlafen zu haben.

Weil mein Zug erst mittags fuhr, habe ich noch das Verkehrsmuseum besichtigt.

Danach noch ein wenig ums Residenzschloß gebummelt und bei der Gelegenheit endlich den Stallhof entdeckt. Aufnahmen derzeit schwierig, auch hier Bauzäune.

Brücke am Residenzschloß.

Letzter Blick auf mein Hotel.

Tschüß, Dresden! Bis bald, Bahnwärters!

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8 Gedanken zu “Auf dem Elberadweg in die sächsische Schweiz

  1. Das war ja sicher ein toller Ausflug! Ich bin auch ganz begeistert von der Stadt Dresden, aber auch von der Natur, die sie umgibt! Das waren ja richtige Kletteraktionen. Wäre nichts für mich… haha…
    Viele Grüße von
    Margit

  2. ich bin ganz durchgerührt…… <3 <3 <3
    schön wars – wunderschön!! und wie du von dem tag berichtest, da ist man gleich wieder mittendrin. und deine höhenangst hast gut im griff gehabt – wirktest ziemlich gelassen.
    ich hoffe du bringst etwas mehr zeit mit das näxte mal – es gibt soviel zu sehen hier! und zeit mit dir zu verbringen gefällt mir gut 😀
    alles liebe! xxxxxx

  3. Hallo Karen,
    wunderschöne Ecke und ein anstrengender Ausflug. Aber das Panorama und die Eindrücke machen die Anstrengung sicher wett.
    Danke für’s mitnehmen.
    Liebe Grüße,
    Krümel

  4. Hallo Karen,
    nach Beates Artikel komme ich doch hier auch gerne noch vorbei. Ach wie schön die Fotos von Eurer Wanderung sind! Ich mag es sehr, wenn virtuelle Begegnungen real werden und genau von diesem Hotel aus habe ich mich auch auf den Weg ins Bahnwärterhäuschen gemacht.
    Liebe Grüße
    Bärbel ☼

  5. Also- neben der wunderbar verwunschenen Landschaft, den Aufstiegen über waghalsige Metalltreppen und der Einkehr in urchige Beizen macht den Reiz dieses Ausfluges natürlich eindeutig das Zusammentreffen mit den Bahnwärtern aus! Jaja, ich gestehe unumwunden: da bin ich tatsächlich ein bisschen neidisch…. ;oD Ich bedaure es schon lange und endlos, dass uns (also die Bahnwärterin und mich) soooo eine grosse Distanz trennt. Die ist leider nicht mit dem Fahrrad zu bewältigen! *ggg*! Aber www sei Dank kann man so interessante und nette Menschen auch virtuell kennenlernen und mit ihnen in Kontakt stehen.
    Wie schön, dass du es im realen Leben geschafft hast! Deine Fotos zeugen von einem wirklich gelungenen Tag und davon, dass sich da Drei getroffen haben, die sich was zu sagen haben!
    Hab eine schöne Woche, ganz herzliche Grüsse!

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