Madenfreie Möhren – verblüffend einfach!

Print Friendly, PDF & Email

Madenfreie Möhren

aus dem eigenen Garten – wer hätte die nicht gerne?

Was im professionellen Anbau gelingt, sollte doch auch im Hausgarten möglich sein?

Möhren

Jahrelang habe ich mickrige, verwachsene und von Maden zerfressene Möhren aus dem sandigen Boden gezogen. Nach großzügigem Wegschneiden der befallenen Stellen blieb nichts übrig. Ab auf den Kompost.

Die vielgepriesene Mischkultur mit Zwiebeln brachte leider keine Abhilfe. Angeblich soll der Geruch der Zwiebeln den Geruch der Möhren überdecken und damit die Möhrenfliegen fernhalten. Angelockt wird die Möhrenfliege nämlich vom Geruch der Möhren.

Das haben sich die Züchter der angeblich resistenten Sorte “Fly away” zu Nutze gemacht. Man sagt dieser Sorte nach, der Geruch sei weggezüchtet worden. Ich habe diese Sorte einmal ausprobiert, war vom Geschmack nicht so überzeugt.

Ich strich Möhren vorerst von der Anbauliste.

Im Jahr 2015

kamen die ersten beiden Hochbeete in unseren Garten. Durch die frisch befüllten Beete mit ihrem hohen Nährstoffangebot und lockerer Erde erhoffte ich mir eine neue Chance für den Möhrenanbau. Wer besser genährt ist, wächst besser.

Das alleine würde nicht reichen! Schauen wir uns den

Lebenszyklus der Möhrenfliege

an.

Der Möhrenfliege wird nachgesagt, sie bevorzuge warme, windgeschützte Standorte. Auf dem Hochbeet bläst der Wind deutlich frischer als am Boden. Unsere Beete bekommen meistens westliche Winde ab während der Vegetationsperiode.

Merke: luftigen Standort wählen! 

Die Puppen

überwintern im Boden dort, wo im Vorjahr Möhren angebaut wurden.  Je nach Witterung schlüpfen die neuen Fliegen und sind ab Mai unterwegs, um für die nächste Generation zu sorgen.

Die Weibchen

legen bis Mitte Juni ca. 100 Eier in Erdvertiefungen rund um die Möhrenwurzeln. Dabei bevorzugen sie die Nachmittagsstunden, vermutlich, weil es dann am wärmsten ist.

Die kleinen weißen Babymaden

fressen sich zunächst bescheiden durch die feinen Haarwurzeln, um später in die Möhrenbasis einzudringen.

Groß und dick genug gefressen, geht es zurück in die Erde zur Verpuppung. Ab Anfang August kann dann schon die nächste Generation Möhrenfliegen schlüpfen und uns die Möhren madig machen.

Je nach Witterung dürfen wir mit mehreren Möhrenfliegengenerationen rechnen.

Ist eines Eurer Beete befallen, dann arbeitet nach der enttäuschenden Ernte die Erde unbedingt gründlich mit dem Grubber durch.

Die verpuppten Larven werden auf diese Weise an die Oberfläche befördert und in ihrer Entwicklung gestört. Mit Glück kommen Vögel Euch zu Hilfe, die diesen Leckerbissen nicht verschmähen.

Der jährliche Wechsel der Anbaufläche ist ohnehin Pflicht im Gemüseanbau (Tomaten einmal ausgenommen).

Weil mich nicht nur die Maden in den Möhren störten, sondern ebenso die verwurmten Radieschen und angeknabberte Kohlrabipflanzen, dachte ich über Aussperrungsmaßnahmen nach. Wenn Fliegengitter an der Terrassentür die Fliegen davon abhalten, ins Innere einzudringen, sollte das am Beet doch auch funktionieren?

Ich googelte nach

Gemüseschutznetzen / Insektenabwehrnetzen

und wurde fündig bei

Wolfgang Nixdorf Gemüsegartenberatung Fachhandel

Ich verlinke das hier, weil ich absolut überzeugt von den bisher dort erworbenen Produkten bin.

Ist das jetzt Werbung? Wenn, dann erfolgt sie unbezahlt und unaufgefordert.

Es gibt dort 2 Arten von

Insektenabwehrnetzen.

Mit einer Standardmaschenweite von 1,35mm x 1,35mm sollen Möhrenfliege, Kohl- und Rettichfliege, Schmetterlinge und Lauchmotten ferngehalten werden.

Für besonders kleine Schädlinge wird ein Spezialnetz mit einer Maschenweite von 0,8mm x 0,8mm empfohlen. Weil ich alles aussperren wollte, was mir bisher den Gemüseanbau verdorben hat, wählte ich die Spezialnetze.

Diese Netze sollen die Minierfliege bei Lauch und Zwiebeln (Achim, das sind dann die richtigen Netze für Dich!) sowie weiße Fliegen bei Kohl fernhalten. Die Kirschessigfliege, z.B. an Himbeeren oder anderem Beerenobst, ist ebenfalls ein Kandidat für das Spezialnetz.

Ich wählte für die Hochbeete mit einer Größe von 1 Meter x 2,50 Meter Netze in der Größe 2,10 x 4,75 m. Empfohlen werden Beetbreite plus doppelte Kulturhöhe plus jeweils ca 10 cm Rand für die Befestigung.

Bedeutet, in unseren 1 Meter breiten Beeten darf das Gemüse 45cm hoch wachsen, bevor es ans Netz stößt:
1 Meter Breite + 2 mal 45cm + 2 mal 10cm Rand. 

Welche Lösungen bieten sich als

Gestell / Gerüst

für die Netze an?

Sehr schick sehen Federstahlbögen aus, die im Halbkreis über dem Beet thronen. Ich fand keine Bezugsquelle und nahm stattdessen frisch geschnittene Stecken, die sich mühelos in Form biegen lassen.

unter dem Netz

Wäscheklammern

erweisen sich als sehr hilfreich gegen Verwehen oder Verrutschen der Netzauflage.Bogenhalterung

So ein Bogen ist zum Rand hin sehr niedrig, da können keine hohen Pflanzen wachsen. Ich war mit meiner “umsonst”-Lösung zunächst zufrieden.

Im Juni wollte der Spinat dann schon hoch hinaus.

wuchsfreudiger Spinat

Ich notierte: nächstes Jahr höheres Gestänge wählen!

Im August 2015 war der Verursacher aufgegessen bzw. in Saat geschossen und entfernt worden. Bisschen christomäßige Verpackung, oder?

August 2015 Hochbeet

Irgendwann im Spätsommer habe ich es gewagt, die Netze abzunehmen. Mit der Schutzwirkung war ich absolut zufrieden. Endlich keine Mitesser mehr am Gemüse!

Weil uns das Gärtnern im Hochbeet so gut gefiel, bekamen die Hochbeete im April 2016 etwas schmaleren Zuwachs.

Hochbeete April 2016

Rechts im Bild seht Ihr meine abgeänderte Stützkonstruktion!

Mit Bambusstangen,

die am Ende  in sogenannten Flexi-Balls *Werbung stecken, konnte ich einen deutlich höheren Luftraum gleichmäßig über die gesamte Beetbreite schaffen.

Im Mai 2016 ist dann alles eingesät und abgedeckt. Die langen Ende der Netze habe ich mit Pflanzenbindern zusammengezwirbelt.

Hochbeete Mai 2016

Weil auch in 2016 das Gemüse wieder arg himmelwärts strebte, gestaltete ich die Unterkonstruktion im Mai 2017 etwas höher.

Gestänge in 2017 Flexi Ball höheres Gestänge 2017 Blick ins Innere

Optisch ist die Netzabdeckung vielleicht nicht der Hit, aber das Ergebnis zählt. Die Netze werden vom Lieferanten als überaus haltbar(8-10 Jahre oder mehr)  bezeichnet. Ich kann das mit bisher 4 Jahren im Gebrauch bestätigen. Eine super Qualität. Das Material findet übrigens im Profi-Biogemüseanbau Verwendung! Sehr gut durchlässig für Licht, Luft und auch Wasser. Für die Bewässerung empfehle ich allerdings, nicht über die Netze zu wässern, das Wasser pladdert dann recht unregelmäßig auf die Pflanzen. Ich rolle für Pflege und Bewässerung die Netze kurz seitlich auf.

Madenfreie Radieschen und Möhren sind so lecker! Und alles völlig bio.

Meine Checkliste für Euch:

  • nach der Möhrenernte die Anbaufläche grubbern
  • jährlich die Anbaufläche wechseln
  • luftigen Standort wählen
  • kleinmaschige Insektenabwehrnetze verwenden (maximale Maschenweite 1,35mm, besser noch kleiner)

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Habt Ihr eventuell weitere Tipps für mich?

Zum Pinnen:
madenfreiemoehren

Verlinkt mit Fräulein Ordnung und Lorettas und Wolfgangs Winterglück.

37 Gedanken zu “Madenfreie Möhren – verblüffend einfach!

  1. Oh ja, Karen, diese Netze…. Du wirst es nicht glaube, da die an mehreren Stellen immer wieder als sehr gut im Biogartenbau beschrieben werden, habe ich sogar eines gekauft. Und dann? Naja das liegt in einer Box im Geräteschuppen. Auch Bambusstangen und solche Eckverbindungen habe ich. Ich mags aber nicht anbringen. An den Hochbeeten sieht je ja noch ok aus und man kann es leicht zur Seite bringen für Pflegearbeiten. Aber am Boden finde ich es so hinderlich. Das wuchernde Unkraut muß ja auch Schach gehalten werden und die Frösche etc. komme nicht rein, um kleine Schnecken zu fressen und so weiter. Sprich ich habe es jedes Jahr in er Hand und nie angebracht. Aber scheinbar ist es die einzige funktionierende Lösung…. Mist! Ich weiß nicht, ob ich das mal einsetze. Allerdings weiß ich jetzt auch nicht, welche Maschengröße es hat. Es hieß Gemüsenetz und so kaufte ich es. Glaube die Verpackung habe ich nicht mehr.

    Ach ja, wegen der resistenten Möhre, das ist doch ein Schildbürgerstreich von den Züchtern, den Geruch zu entfernen. Für den Menschen ist der Geruch doch der Geschmack. Ansonsten schmeckt, also wirklicher Geschmack auf Zunge, eine Möher ja irgendwie nur leicht süß und ggf. etwas bitter.
    Naja mal sehen, ob sich so ein Netz mal einsetze…. Aber trotzdem vielen Dank für deine Ausführungen,die ich sehr gerne gelesen habe.

    Liebe Grüße, der Achim

  2. Hallo Karen,
    ich habe einmal Möhren im Kübel gezogen. Die waren sehr klein, aber madenfrei.
    Leider habe ich zu wenig Platz für einen größen Möhrenanbau. Blöde Maden, ist ja schade, dass man die Pflanzen so schützen muss, dann kommt ja auch der Schwalbenschwanz nicht mehr dran.
    VG
    Elke

  3. wie geschrieben – hier keine probleme mit fliegen – und gegen die altarm-wühlmäuse, die meinen garten für ein restaurant halten, helfen die netze leider nix 🙁
    so viele, wie von den biestern nachwachsen, kann lisbeth gar nicht fangen…..
    xxxxxx

    1. Die Wühlis sind hier eine echte Plage! Was die mir schon alles weggefressen haben..aber in die Hochbeete können sie nicht, da ist unten Draht verbaut.
      xoxo

  4. Ich denke, dassan mit solchen Netzen durchaus Erfolg haben kann. Die sind ja auch schön straff gespannt. Ich hatte mal ein Netz über den Erbeerpflanzen. Leider hat es sich da nicht bewährt. Es wurde zur tödkichen Falle für Vögel. Ein neuerlicher Versuch mit Pflanzenschutznetzen erfolgt jetzt gegen den Zünsler. Ich bin schin sehr gespannt, ib sich die Pflanzen damit nochmal erholen werden.
    Viele Grüße von Margit

    1. Liebe Margit,
      in diesen Netzen, die ich benutze, bleibt GARANTIERT kein Vogel hängen. Die anderen Varianten hatte ich über Weintrauben und Johannisbeeren mit tödlichem Ausgang. Nie wieder! Die hier sind sehr glatt und fest und so engmaschig, das garantiert kein Vogelfüsschen darin hängen bleibt. Ich erwäge den Kauf weiterer Netze für unser Beerenobst.
      Liebe Grüße
      Karen

  5. So richtig anfreunden kann ich mich mit Netzen auch nicht….hab ähnliche Erfahrungen, wie Margit damit gehabt. Schade, dass die Mischkulturtipps dann doch nicht helfen. Manchmal schreibt auch einer immer wieder vom anderen ab ohne drüber nachzudenken. Wir haben im Herbst Pferdemist ins Beet gegeben…das soll ein no-go für Karotten sein. Mal sehen…..
    LG Sigrun

    1. Liebe Sigrun,
      die Karotten werden abgehen wie ein Zäpfchen dank des Mistes. Wie der sich auf den Möhrenfliegenbefall auswirkt, keine Ahnung. Siehe auch mein Kommentar zu Margit, in den von mir verwendeten Netzen bleibt kein Vogel hängen, auch wenn die mal durchhängen. Die dünnen grünen Mördernetze, die sollten verboten werden. Das mit der Abschreiberei ist ziemlich wahrscheinlich. Selbst ausprobieren heißt die Devise, dann darf man sich ein Urteil erlauben.
      Liebe Grüße
      Karen
      PS: ich hoffe, auch bald ein Paket mit 2 von Elkes neuen Büchern zu bekommen

  6. Liebe Karen,
    von Maden in Möhren habe ich noch nie gehört. Meine Großmutter hat immer Möhren angebaut, die dann meistens nicht so aussahen, wie die die man kaufen konnte, aber wunderbar geschmeckt haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Möhren geschützt werden mussten, aber vielleicht habe ich das auch vergessen.
    Dein Artikel ist sehr interessant, da habe ich wieder etwas gelernt.
    Ich wünsche Dir einen wundervollen Start in die Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang,
      aus meiner Kindheit und Jugend kenne ich auch nur prächtige Möhren aus dem Eigenanbau ohne Schutz. Ich habe es schon bei Sara kommentiert, ich mache das Ungleichgewicht in der heutigen Zeit zwischen Nützlingen und Schädlingen dafür verantwortlich.
      Liebe Grüße
      Karen

  7. Hallo Karen,
    ich habe erst einmal Möhren gezogen: Madenfrei aber völlig verkrüppelt, klein und steinhart. Dabei hatte ich extra schön viel Sand in die Hochbeetecke eingearbeitet. Der Monschder war so frustriert: ab da gab’s keine Möhren mehr. Aber das die Netze auch gg die weiße Fliege hilft – unser Brokkolie war nicht essbar: über und über voll mit den Sch***viechern. Das finde ich dann auch ekelig uns mag’s nicht mehr essen….
    Liebe Grüße,
    Krümel

    1. Dann versuch’s mal mit den Netzen. Ich will nach aller Mühe auch etwas ernten und essen von meinem Bio-Gemüse! Bei Deiner Möhrenansaat kannst Du evtl. nach dem Auflaufen etwas ausdünnen, dann hat die einzelne Möhre mehr Chancen auf ein ordentliches Wachstum und wird nicht zum Krüppel.
      LG Karen

  8. Das ist ein super Tipp! Ich denke, ich werde ihn gleich diese Saison umsetzen, denn ich habe auch nie Wurzelgemüse, welches ich ernten kann. Letztes Jahr machten sich ganz komische graue Wurzelläuse bei den Möhren breit. Das war ekelhaft. Ich musste fast alle entsorgen. Zum Teil machen auch die Schnecken einen großen Schaden… Hach, Gemüsegärtnern ist nicht immer leicht.

    LG Kathrin

  9. Hallo Karen,
    Dein Beitrag spricht mir aus der Seele! Diese von Dir empfohlenen Netze sind super (viel besser als aus dem Gartencenter) – ich habe sie schon sehr lange. Sie halten wirklich ewig. Die Anschaffung lohnt. Ich habe die ganz feinen Netze und seitdem gibt es madenfreie Möhren und Lauch.
    Ich kann Dir nur beipflichten!
    Viele Grüße von Renate

    1. Liebe Renate,
      da haben wir den gleichen Qualitätsanspruch! Die Empfehlung für unsere Hochbeete habe ich übrigens von Dir. Lieferung hat super geklappt und sie bewähren sich aufs Beste. Ein Hoch auf qualitativ hochwertige Hochbeete aus Bayern.
      Liebe Grüße
      Karen

      1. Liebe Karen,
        war grad wieder bei Dir unterwegs 🙂
        Heute wird unser Hochbeet wieder aktiviert und ich habe die Netze noch immer.
        Bei einem der Hochbeete ist 1 Brett kaputt – nach 14 Jahren … ist das nicht genial? Jetzt tauschen wir es ganz einfach aus.
        Viele liebe Grüße und ein tolles Gartenjahr wünscht
        Renate aus dem Geniesser-Garten

        1. Liebe Renate,
          die Haltbarkeit der Hochbeete ist wirklich enorm. Ich liebe meine 4 Exemplare , wenn auch das Füllmanagement kräftezehrend ist. Umso schöner dann das Ernten 🙂 Heute kommen meine überwinterten Salatsetzlinge vom Gewächshaus aufs Hochbeet, danach werden die Netze wieder hervorgeholt, momentan weniger wegen eventueller Schädlinge, sondern als Schutz vor Nachfrösten.
          Liebe Grüße
          Karen

  10. Das werde ich mir mal merken – sollten wir jemals noch irgendeine Art von Gemüse pflanzen wollen … bei mir befielen Möhren und Radieschen auch immer, so dass sie nur zum Wegwerfen gut waren. Wie die Leute das früher allerdings gehandhabt haben?? Meine Großmutter hatte nicht eine einzige befallene Möhre, wir lebten schließlich von dem selbst angebauten Gemüse! Und Gifte wurden meines Wissens auch nicht eingesetzt. Zudem wurden die Möhren schön groß, nicht so verkrumpelte Mickerdinger wie bei unsereins … und diese Netze gabs ja noch lange nicht ….
    Schade, dass ich seinerzeit mal ein uraltes Gartenbuch fortgegeben habe …. darin hätte ich vielleicht die Lösung gefunden …
    Mischkultur haben wir früher übrigens auch ausprobiert, hat auch nicht viel geholfen und meine Großmutter hat das mit Sicherheit nicht praktiziert.

    Liebe Grüße
    Sara

    1. Liebe Sara,
      das sind auch mein Kindheitserinnerungen! Kein Netz, kein Gift, kaum Maden. Meine Erklärung dazu: die Gleichgewichte haben sich verschoben zugunsten der Schädlinge, es sind zu wenig Nützlinge in der heutigen Gartenlandschaft unterwegs! Deshalb fördere ich die Nützlinge, das geht bereits bei der ganzjährigen Vogelfütterung. Die Meisen mögen häufig sein, gleichwohl unterstützen sie mich extrem im Garten und dafür liebe ich sie.
      Liebe Grüße
      Karen

      1. Liebe Karen,

        nun komme ich noch einmal hierher, weil mein Mann mir ein kleines Hochbeet bauen will. Allerdings findet er diese Kästen zu tief, von 60 oder 70 cm. Ich weiß jetzt auch nicht, ob es nicht auch nur 25 – 30 cm tief sein kann? Es heißt ja, unten (also nachdem das Mäusegitter, Vlies sowie Teichfolie drin sind, Strauchwerk, Reising, danach Mulch und erst obenauf eine Schicht Erde. Hat ein Hochbeet immer Verbindung zum Erdreich, braucht es ein Fundament (damit das Holz nicht vergammelt? Und was ist bei einem Hochbeet auf Füßen … das sind so Fragen, wenn der ungeduldige Mann darauf wartet, das Beet endlich fertig machen zu können. Aber so schnell geht das auch wieder nicht, weil es eben so viel zu beachten gilt. Was nützt ein solches Beet, wenn es dann falsch aufgebaut ist und doch nichts richtig darin wächst?

        Und irgendwo las ich von sog.Raised Beets, was wohl nur normale Beete mit Holzrand sind, also keine Hochbeete, sondern mit Holzlatten eingesäumte Beete, wie man sie früher manchmal sah? Da erschließt sich mir der Sinn jetzt nun nicht, denn ob mit oder ohne Rand – Beet ist Beet oder? Bin doch gespannt über Deine Hochbeet-Erfahrungen und versuche diese hier in Deinem Blog alle zu finden. Das Problem bei WordPress-Blogs ist immer, man sieht nur das erste Bild von den Beiträgen und muß jeden einzelnen anklicken, um zu sehen, was in dem Post sonst noch gezeigt wird.

        Zu Deinem Kommentar noch … ich weiß jetzt auch nicht, ob alles immer am natürlichen Gleichgewicht liegt. Es ändert sich ja so oder so beständig und immer alles auf der Erde, ob mit oder ohne menschliche Einflüsse. Meine Großmutter verwendete allerdings bereits Schneckenkorn, sonst hätten wir nichts geerntet. Auch damals gab es schon zahlreiche Gifte, das Buch “The Silent Spring” wurde ja nicht ohne Grund geschrieben und war längst in Vergessenheit geraten.
        Wir haben auch Vögel im Garten, aber ein Garten ist ein Revier, unendlich viele Vögel kann dieser wohl nicht beherbergen und die, die in einem solchen Revier ansässig sind, schaffen evtl. nicht alles zu verputzen, das erleben wir jedenfalls immer auch. Nur bei den Blattläusen klappt das ganz gut mithilfe der zahllosen Marienkäfer und Larven in unserem Garten.

        Liebe Grüße
        Sara

        1. Liebe Sara,
          da antworte ich doch mal fix, damit Dein Mann gleich zu Ostern loslegen kann 🙂
          Die Höhe von mindestens 60cm braucht solch ein Beet, damit die klassische Schichtung von grob nach fein für den Rotteprozess (der dem Beet zumindest in den ersten beiden Jahren im Frühjahr Wärmevorteile bringt) überhaupt hinein passt. Klar kann das Beet auch niedriger oder fast erdgleich sein, dann geht eben keine solche Schichtung. Fazit: nimm, was Dein Mann für passend hält 😉 Die Rotte ist im dritten Jahr Geschichte und alles sackt nach unten weg. Gebe zu bedenken, ab 60cm aufwärts wird es altergemäß rückenfreundlich. Ich merke den Unterschied sehr deutlich.
          Nach unten ist das Beet, egal in welcher Höhe, immer offen mit Erdkontakt (Nutzlebewesen, Feuchtigkeit). Nur das Mäusegitter kommt dazwischen. Wenn ich diese “Hochbeete” auf Füßen sehen, krieg ich das Grausen. Die sind doch das ganze Jahr nur ausgetrocknet.
          Vlies bitte überhaupt nicht verwenden. Für die Wände von innen günstige dünne Teichfolie antackern. Ich habe Noppenfolie genommen, die ist längst hinüber und ich ärgere mich.
          Ich baue mir gerade das Schlüssellochbeet haltbarer um (4. Foto von oben im Beitrag)
          https://allegriaslandhaus.de/2019/02/fruchtfolge-gruenduengung/
          Mangels genügend Flechtweide hatte die Umrandung nur gut 30cm und nach 1 Jahr bröselte bereits das Flechtwerk weg. Nun noch einmal richtig im rechten Winkel auf 250 mal 250cm. Höhe wird bei 58cm auslaufen. Im großen Baumarkt mit B gibt es momentan Douglasie Glattkantbretter im Angebot, die habe ich in der Stärke 27mm gekauft. Heute habe ich das vorletzte Bauteil gesägt, verschraubt und mit (noch vorhandener) Teichfolie von innen verkleidet, morgen geht es ans rechtwinklige Ausrichten und Zusammenschrauben. Bin stolz wie Bolle, das bis dahin ganz alleine geschafft zu haben. Fürs Finale brauche ich meinen Mann 🙂 Ich mache gleich mal ein paar Handyfotos und lade es bei Insta hoch, kannst Du Deinem Mann zeigen.
          Fundament braucht das Beet nicht, wir legen nur ein paar Klinker an den Ecken bzw. unter den Pfosten unter.
          Liebe Grüße und schöne Ostertage für Euch
          Karen

          1. Liebe Karen,
            bin gerade nochmal die einlaufenden Kommentare durchgegangen. Das Hochbeet haben wir ja nun längst. Es ist aber keine 60 cm tief oder hoch, was das Erdreich oder wie man es bezeichnen soll, betrifft. Das Gestell ist zumindest so hoch, dass man ungebeugt daran arbeiten kann. Allerdings merke ich, dass man natürlich öfter mal gießen muß. Ich vergesse an manchen Tagen generell das Gießen, wenn ich viel unterwegs bin z.B. Da ist einfach kein Platz für Garten in meinem Kopf. Bin wohl eben doch nicht die typische Selbstversorgerin und besser bedient mit einem überwiegenden “Zier”garten. 😉

            Ansonsten ist der Salat natürlich gewachsen, auch in dem vielleicht 30 cm tiefen Material. Die Blätter am Rand werden nur ein wenig gelb, ich nehme an, weil es mitunter zu trocken war. Ich hab jetzt auch nicht zusätzlich gedüngt, da ich davon ausgehe, dass der aufgebrachte Kompost dann ausreicht. Ausgesät hatte ich ja in Aussaaterde. Und als Folie hat mein Mann irgendwas von Folie für Bauschutt gesagt (die er noch hatte, also alles aus Resten hergestellt. Die Folie bekleidet aber nur den Rand des “Beetes”,nicht jedoch den Boden. Wir haben auch gar keine Schnecken, die ins Beet kriechen. Mein Mann ist aber auch nicht so der typische Gärtner, wir sind eher Spaß-Gärtner für so ein bisschen was für die Hand in den Mund. 😉

            https://mein-waldgarten.blogspot.com/2020/05/salat-aussaat-im-hochbeet.html

            Erdkontakt hat das Beet infolge des Gestelles auch nicht. Wir wollten es transportabel gestalten, da die Sonne nicht überall im Garten gleich einfällt und es teilweise schon wegen der sehr hohen Weide recht schattig werden kann. Allerdings habe ich auch keine Erfahrung, wieviel Sonne Salat braucht oder wieviel Schatten er verträgt.

            Für ein unflexibles Hochbeet, dass am Boden ist, haben wir im Garten dann allerdings ohnehin keinen Platz mehr, in dem Falle wäre es mit der ansprechenden Gestaltung eines Parkes vorbei, die mir dann doch wichtiger zur Entspannung ist. Für einen Gemüsegarten bräuchten wir dann ein Stück Land anderswo oder nur zur allergrößten Not … (wer weiß, was nun NOCH alles kommt …im Zusammenhang mit Corona …) würde ich meinen “Zier”garten dafür aufgeben oder teilweise zumindest … sonst aber nicht, da ich einfach nicht so ein Schollen-Mensch bin, der für Gemüse ackert. In Kriegszeiten würde ich es aber wie meine Oma machen, klar, da bleibt einem ja nicht viel anderes übrig.

            Ich bewundere zutiefst, wie Du die Energie und Lust hast, neben Deinem Arbeitsalltag und sonstigen Leben auch noch so zu gärtnern, wie Du es tust! Da wäre ich platt und unglücklich, da ich dann keine Zeit mehr für anderes hätte, was mir mindestens ebenso wichtig ist.Ich betreue z.B. ältere Menschen ehrenamtlich und bin politisch aktiv.All das möchte ich nicht missen.

            Viele liebe Grüße
            Sara

          2. Die Arbeit im Garten und beim Gemüse gibt mir genau den Ausgleich, den ich vom stressigen Arbeitsalltag brauche. Außer Wandern, aber das spielt sich ja nun nur noch bei Youtube ab 😉
            Gerade vorhin habe ich die Arbeitswoche mit Jäten in 2 Hochbeeten, Umsetzen junger Salatpflanzen und Auswahl von Nachsaat, wo es nicht auf Anhieb geklappt hat, beendet.
            Hab ein schönes Wochenende!

  11. Hallo Karen, danke für den Tipp! Ich hatte dieses Jahr nur wenige Möhren und die waren total klein. Dann auch noch Maden… Hat sich nicht wirklich gelohnt und Freude gemacht. Naja wenn ich den Dreh raushabe, wie die Möhren größer werden bzw überhaupt wachsen, dann ist so ein Netz vielleicht eine Anschaffung wert. Im Herbst und Winter sieht es bei uns im Garten nämlich nicht so toll aus mit der Gemüseernte. Da muss ich dringend noch was optimieren…
    Danke für deinenErfahrungen!
    Liebe Grüße,
    Amely

    1. Liebe Amely,
      lockerer nahrhafter Boden plus Netze und Du hast wundervolle Möhren. Zum Thema Wintergemüseernte kommt hierganz bald ein Beitrag, versprochen!
      Liebe Grüße
      Karen

    1. Liebe Steffi,
      Du bist zu beneiden, hast wahrscheinlich optimale Standortbedingungen. Ich kann mich auch nicht erinnern, das mein Vater früher auf unserer Parzelle Netze über die Möhren hängte, dennoch waren sie madenfrei. Die Netze helfen gegen alle anderen Eindringlinge gleichermaßen.
      Liebe Grüße
      Karen

  12. Toller Beitrag! Den Garten hab ich erst seit Herbst 2016. Somit noch zu wenig Erfahrung damit. Eines weiß ich schon, die Gartenerde ist noch nicht perfekt, Karotten wachsen so gut wie gar nicht darin. Aber heuer werde ich es wieder probieren. Die zwei Karotten, die dann doch gewachsen sind, hatten keine Maden. Dafür kämpfte ich mit Kohlweißlingen oder wie die Fliegen heißen.
    LG PEtra

    1. Liebe Petra,
      unsere Erde war in den ersten Jahren sehr schlecht. Ich wohnen auf einem ehemaligen Acker, d.h. , der Boden wurde vorab ausgezehrt. Dann noch Bauschutt und schwere Maschinen, es hat Jahre gedauert, bis sich etwas Humus aufgebaut hat.
      Liebe Grüße
      Karen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.