Die Alm – ein Sehnsuchtsort?

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Die Alm zum Pinnen

Für mich begeisterte Almwanderin stellt sich die Frage, wie das funktioniert, den

Sommer über auf einer Alm

zu bleiben und sie zu bewirtschaften. Klar, ich hätte bei einem unserer zahlreichen Almbesuche die jeweiligen Senner ausfragen können aber meistens hatten die genug damit zu tun, die Gäste zu bewirten.
Deshalb freute ich mich riesig über das im April bei kailash erschienene Buch

“Die Alm – Ein Ort für die Seele”

 in unserem Postkasten lag.
Die Autorin heißt Martina Fischer.
Copyright Foto: Mathias Neubauer
Daten zum Buch:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 15,5 x 21,0 cm
durchgehend vierfarbig

 

ISBN: 978-3-424-63118-0, € 19,99 , Verlag: Kailash, Erschienen: 25.04.2016

Martina Fischer lebt mit ihrem Mann auf einem alten Bauernhof am Chiemsee. Von dort aus alleine auf die Alm zu gehen und den Mann unten zurückzulassen ist ein kleines Sicherungsseil für die Almerin (so wird im Buch die Sennerin genannt), kann er doch im Notfall oder grundsätzlich in relativ kurzer Zeit zur Alm hinauf fahren. Was für eine tolle Möglichkeit, solch eine Auszeit vom normalen Leben realisieren zu können! Aber nun zu den Inhalten.

Das Buch ist wie ein unterhaltsamer Tatsachenbericht aufgebaut. Es nimmt den Leser in jeder Phase mit und verleitet zum Weiterlesen in einem Rutsch.

Viele schöne Fotos wecken sofort meine Sehnsucht nach der nächsten Sommersaison, wenn auch wir uns wieder auf Wanderungen zu Almen begeben.

im Juni 2016 im Gebiet der Prießbergalm

Aber hier geht es nicht ums Wandern, sondern um das Geschehen vor Ort.

Das Buch gibt zu allem Auskunft, was den Leser am Almleben interessieren könnte:
Wie kommt man dazu, Almerin zu werden?
Was nimmt man mit in die Einsamkeit, wenn der Almsommer ansteht?
Wie sieht aus auf der Alm und in der Hütte?
Welchen Tierbestand gibt es dort?
Werden Gäste bewirtet auf der Rampoldalm?

Das für mich wichtigste Kapitel ist der

Tagesablauf auf der Alm.

Um 4:30 Uhr klingelt der Wecker und das jeden Tag. Das wäre für mich absolut zu früh…den Rest würde ich mir zutrauen, habe ich doch viele Jahre nebenbei einen kleinen Pferdehof auch mit viel Handarbeit bewirtschaftet.
Den Rest verrate ich nicht, ich möchte den Lesespaß nicht vorwegnehmen.Wenn man auf der Alm residiert, kann man nicht mal eben ins Tal huschen, um einzukaufen, sondern muß viele Tage mit dem Vorhandenen bzw. den vor Ort produzierten Produkten auskommen. Wie das geht, zeigt uns die Autorin mit vielen appetitanregenden Rezepten, z.B. auch für den im Buch mehrfach erwähnten Topfenstrudel, den ich unbedingt einmal machen möchte hier im Flachland :-)Meine Lieblingstätigkeit wäre eindeutig die tägliche Inspektion der Almgebietes mit Durchzählen des hoffentlich unversehrten Viehbestandes! 
Auf dem Königsweg am Jenner, Juni 2016
Wie fühlt sich die Almerin über die Saison?
Wie geht man mit Gästen um, die bewirtet werden wollen oder die einfach so hereinschneien?
Auch dazu gibt es Antworten bis dann mit dem Almabtrieb der Sommer auf der Alm sein Ende nimmt. Am Ende erzählt Martina Fischer noch, wie es für sie weiterging und ich klappe dieses qualitativ hochwertige Buch mit Sehnsucht im Herzen zu.
Wär’s nur erst wieder Juni.Als Besitzerin eines weiteren Almbuches, allerdings im Taschenbuchformat ziehe ich einen Vergleich und stelle fest, dieses Buch ist so ganz anders, weil es um eine andere Alm geht und eine Bewirtschaftung durch nur eine Person vorliegt.
Respekt für die Almerin, diese Verantwortung und die nicht leichte Arbeit auf sich zu nehmen!
Respekt für die Autorin, die aus ihren Erlebnissen ein wundervolles Buch erschaffen hat, welches von mir 5 Sterne bekommt.
Hier geht es direkt zum Buch *Werbung

7 Gedanken zu “Die Alm – ein Sehnsuchtsort?

  1. Ja, so ein Sommer auf der Alm ist bestimmt nicht so einfach. Hier gilt, wie bei anderen Dingen, manches schaut mit genügend Abstand romantischer aus als es tatsächlich ist. Ich bin doch recht froh, dass unten im Tal einige Sachen leichter zu handeln sind.Lg kathrin

  2. Sicher sehr spannend. Ich habe eine Bekannte, die das regelmäßig macht – sie geht in die Schweiz. Für mich wäre es nichts. Aber romantisch? Mit Sicherheit nicht, aber man macht Erfahrungen, die man in unserer hochtechnisierten Welt hier unten nicht macht.Sigrun

  3. Liebe Karen,das Buch weckt mein Interesse sofort, ich liebe die Berge und habe eigentlich schon immer davon geträumt, mal ein halbes Jahr auf der Alm zu leben. Das wäre sicher eine wertvolle Erfahrung, abseits von all dem Trubel seine Zeit zu verbringen.Viele liebe GrüßeWolfgang

  4. wäre ich jünger und ungebunden würde ich mal so ein volontariat auf einer alm machen….und ein bisschen ists ja hier auch so – ziemlich allein, kein laden "ums eck" & nur einmal die woche zum einkaufen. viele technische sachen muss ich mit bordmitteln und allein lösen. immerhin nur eine katze statt X rindviecher :-)xxxx

  5. Liebe Karen,für mich als Nordlicht klingt das sehr spannend. Ich kenne nicht mal das normale Leben in den Bergen und war noch nie auf einer Alm. Jetzt bekomme ich Lust, das auch mal zu erleben. Und natürlich auch, darüber zu lesen. Viele Dank für den schönen Bericht ! Deine Bilder machen ja auch Lust auf Berge.Liebe GrüßeBirgit

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