Natürliche human-identische Hormone – ungefährlicher als Synthetische ?

Im Garten wird pausiert, dafür lese ich die Bücher stapelweise. Und lasse meine Leser daran teilhaben.Heute stelle ich ein Buch vor, welches in meinem üblichen Themenspektrum nicht vorkommt und überraschenderweise nicht nur Frauen interessieren könnte. Unter dem Nachlassen der körpereigenen Hormonproduktion haben die Frauen in den Wechseljahren oft geballt zu leiden, bei den Männern erstreckt sich der Prozess über viele Jahre und fällt deshalb nicht so auf.

In dem kürzlich bei Südwest erschienenen

Buch “Natürliche Hormone” *

befasst sich der Autor Dr. Dr. med. Thomas Beck mit der sogenannten Rimkus-Methode, die der Kieler Arzt Dr. Rimkus über 30 Jahre hinweg entwickelt und praktiziert hat.
Ich habe das Glück, relativ problemlos durch die Wechseljahre gekommen zu sein. Wenn das einzige größere Leiden die Hitzewallungen sind, kann man das aushalten, irgendwann ist frau damit durch. Wer aber schlimmere Probleme durch Hormonmangel hat, wählt heute üblicherweise die Hormonersatztherapie mit synthetischen Hormonen, die eben nicht exakt baugleich mit der natürlichen Variante sind. Diese Art von Hormonbehandlung ist in Verruf geraten, weil sie bestimmte Krebsarten fördern soll. Und ganz ehrlich, bevor ich mir etwas einwerfe, von dem ich eventuell Krebs bekommen könnte, setze ich den Maßstab für die Leidensschwelle lieber etwas höher.

Im Buch wird erklärt, das die naturidentischen Hormone exakt in der molekularen Struktur hergestellt werden, in welcher sie auch vom menschlichen Organismus produziert werden. Sie kommen also auch aus dem Labor und nicht direkt aus der Natur. Daraus folgt das sie, richtig dosiert, nicht gegen den Körper, sondern für ihn  wirken. Vom Grundprinzip habe ich das verstanden und es hat mich neugierig gemacht. Skeptisch bleibe ich dennoch.Allerdings wird es im Buch nach dem interessanten Teil 1 mit der Einführung ins Thema schon sehr fachspezifisch. Ich bin weder Biologin noch medizinisch wissend, für einen medizinischen Laien geht mir das viel zu sehr in die Tiefe. Es wirkt auf mich eher für Medizinerkollegen geeignet, die von der Methode bisher noch nichts gehört hatten und denen man das Thema nahebringen möchte.

Die eingeschobenen Passagen in grün unterlegt sind aber durchaus interessant! Hier im Foto z.B. die Folgen des Vitamin-D3-Mangels. Gerade diesem ist in der sonnenarmen Zeit glücklicherweise recht einfach mit entsprechenden Mitteln ohne Hormone beizukommen.Meine Frauenärztin habe ich gefragt, ob sie Kenntnis von der Rimkus-Methode hat. Hatte sie nicht. Ihr Argument, warum man sich als Mensch mit dem Hormonabbau irgendwann abfinden solle ist, das die Natur das ja so vorgesehen hat. Mal sehen, ob sie diese Meinung immer noch vertritt, wenn sie die Wechseljahre erreicht hat . 😉

Von Dr. Rimkus ist übrigens früher schon mal ein eigenes Buch über seine Methode erschienen.

Mein Fazit zu diesem Buch: Für interessierte Mediziner super geeignet, für Laien etwas überdimensioniert.

Mein Fazit zu den Hormonen, gleich welcher Art: nur zur Hormontherapie greifen wenn die Leidensschwelle überschritten ist.

 

*= gesponsorter Link

Print Friendly, PDF & Email

7 Gedanken zu “Natürliche human-identische Hormone – ungefährlicher als Synthetische ?

  1. Ich grinse gerade über Brokkoli und Linsen, liebe Karen und liebe Sigrun. Meine Wechseljahre ziehen sich ziemlich in die Länge, allerdings sind die Beschwerden dafür im erträglichen Rahmen, hauptsächlich überkommen mich ab und zu Hitzewallungen und Schlafstörungen. Mein Gyn hat mir Remifemin plus empfohlen, hier ein Auszug aus dieser Seite http://www.remifemin.de/de/produkte/remifemin-plus.php : "Remifemin plus enthält den hormonfreien, rein pflanzlichen iCR-Spezialextrakt der nordamerikanischen Traubensilberkerze in der höchsten zugelassenen Dosierung. Der zusätzliche Wirkstoff Johanniskraut hilft dabei, auch seelische Probleme von Anfang an in den Griff zu bekommen."Na bitte, das klingt doch nach einer passablen Droge ;-)Was deine Frage in meinem Blog betrifft – die meisten Fotos entstehen vor dem Büro, wenn Herr Rostrose schon weg ist. Ich habe ein Stativ und meine Kamera eien Intervallschaltung… :o))Danke für deine lieben Wünsche. Auch ich wünsche dir und deinen Lieben schon jetzt ein möglichst angenehmes und schönes Fest und gemütliche, entspannte Feiertage!Alles Liebe, Traudehttp://rostrose.blogspot.co.at/2016/12/gewinnerinnen-der-anl-verlosung-advent.html

  2. Liebe Karen,ich bin ganz Deiner Meinung, man sollte zur Hormontherapie greifen wenn die Leidensschwelle überschritten ist. Linsen und Broccoli können jedenfalls nicht schaden, im Gegenteil. Nach meiner Erfahrung, wirkt Ausdauersport wie ein Wundermittel.Liebe GrüßeLoretta

  3. ich stehe ja der hormontherapie – so oder so – extrem skeptisch gegenüber. fange gerade an unter den wechseljahren zu "leiden" – und hoffe mit gesunder lebensweise und der liebe des bahnwärters da durchzukommen :-)xxxxx

  4. Liebe Karen,
    bin hier zufällig drauf gestoßen, weil ich mir Deinen Blog noch einmal wegen WP ansehen wollte. 🙂
    Hormone kann ich nur dringend von abraten! Ich habe eine Heilpraktiker-Ausbildung und das seinerzeit gehört von dieser Studie – füge hier mal einen Auszug aus “Hormontherapie bei (post-)menopausalen Frauen in Deutschland 2007 Robert Koch Institut, Statistisches Bundesamt

    ” Women’s Health Initiative (WHI)-Studie (WHI 2002), dass eine ÖstrogenGestagen-Kombinationstherapie (gleiches Medikament wie bei der HERS-Studie) bei 50- bis 79-jährigen Frauen ohne vorbestehende HerzKreislauf-Erkrankungen nicht den erwünschten Erfolg brachte. Die auf 8,5 Jahre angelegte Studie wurde nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 5,2 Jahren vorzeitig abgebrochen, weil sich unter Hormontherapie im Vergleich zu Plazebo nicht nur ein signifikant höheres Risiko für Herzinfarkt und Koronartod, sondern auch für Brustkrebs abzeichnete. Darüber hinaus w(…)” – – – Es kann nicht gut sein, der Natur derart ins Handwerk zu pfuschen. Gegen pflanzliche Mittel ist sicherlich nichts einzuwenden. Allerdings wird jede Droge zum “Gift” – auch da heißt es abwägen, wie viel und wie oft … wie lange …

    Liebe Grüße
    Sara

    1. Liebe Sara,
      da bin ich ganz Deiner Meinung. Das Buch hatte mich nur gelockt, weil da was von natürlich stand. Kommt mir nicht ins Haus. Auch nicht in der “natürlichen” Form 🙂
      LG Karen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.