Dresden – ein anstrengender Tag 2

Nachdem mein erster Tag in Dresden nur aus Außenbesichtigungen bestand, sollte es an Tag 2 ins Innere einiger Bauten gehen.

Mein Ticket für eine Highlightführung in der

Semperoper

hatte ich bereits zuhause gekauft und ausgedruckt. Gleich nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich auf den kurzen Weg zur Semperoper. Wieder einmal Irritationen bei den mit mir auf Einlass wartenden anderen Touristen aufgrund der nicht ganz eindeutigen Ausschilderung an den beiden Eingängen. Mund-zu-Mund-Informationen halfen den Neuankömmlingen schnell dabei, ihr Fragezeichen aus dem Gesicht zu bekommen.

Pünktlich um 10:30 Uhr öffneten sich die Türen für unser Grüppchen von 34!!! Personen. Ich kam um den Kauf einer Fotolizenz herum, die ansonsten 3 Euro gekostet hätte, weil es im Haus Einschränkungen durch Baustellen gibt, so das der zahlende Tourist nicht alles zu sehen bekommt, was es ohne Baustellen gäbe. Das war aber kein wirklicher Mangel, weil stattdessen Filme (u.a. mit den momentan nicht zugänglichen Bereichen) präsentiert wurden.

Eines war allerdings fast an allen besuchten Stellen unerträglich: die Luft zum Schneiden und stickige Hitze. Ich will hoffen, das in Konzerten die Luft besser ist.

Ein echtes Highlight war der “Brandschutzvorhang” aus Stahl. Kaum hatte unsere freundliche Führung erklärt, das diese Sicherheitsmaßnahme 18 Tonnen wiegt, schon konnten wir uns von seiner donnernden Präsenz überzeugen, weil er testweise abgesenkt wurde.

So interessant die Führung war, es ist anstrengend, wenn man wie ich, brav dem Vortrag lauscht. Die Tippelei durchs Haus trägt zur Anstrengung Einiges bei.

Befreit und forsch ausschreitend ohne bremsende Gruppenmitglieder bestieg ich danach die Frauenkirche, um Dresden einmal von oben zu sehen. Gewisse Fitness für den Aufstieg ist hier erforderlich!

Kurze Verschnaufpause und Schuhwechsel am Hotel, um gleich danach in einen roten Hop on-Hop off-Doppeldeckerbus für eine

Stadtrundfahrt zu hüpfen.

Achtung, wer zwischendurch aussteigen will,  es gibt eine Verwechslungsgefahr durch weitere rote Doppeldeckerbusse, die fahren durch ohne Ausstiegsmöglichkeit! Mein erster Stopp erfolgte in Loschwitz nahe der Brücke

“Blaues Wunder”.

nette Auslage vor einem Floristen in Loschwitz

Um die Brücke vernünftig aufnehmen zu können, ging ich hinunter ans Elbufer. Glücklicher Zufall, dort fand ich einen nicht überlaufenden Biergarten, wo ich mir ein kühles Helles schmecken ließ. Die Bedienung wusste, das die Elbe nur noch einen Wasserstand von 50cm hat, was der Grund für den Ausfall der Dampferfahrten war.

Brücke “Blaues Wunder”

Die Standseilbahn brachte mich danach in luftige Loschwitzer Höhen. Gegenüber auf der Terrassse des Luisenhofes hat man einen fantastischen Blick!

Es lohnt sich, in der Bergstation der Seilbahn das Faltblatt der Dresdner Bergbahnen mitzunehmen, in dem ein netter Spaziergang  durch das obere Loschwitz bis hin zum Weißen Hirsch beschrieben wird, den man nachlaufen kann. Viele schöne Häuser, verschlungene kleine (steile) Gassen mit holperigem Pflaster. Ein Abstieg gefolgt vom einem Wiederaufstieg brachte mich zur Bergstation der Schwebebahn, auch ein interessantes Objekt.

Ein gläserner Fahrstuhl führt auf eine Aussichtsplattform.

maroder Charme vis-a-vis der Haltestelle

Genug der Höhenluft, nach raschem Abstieg fand ich mich mit anderen Wartenden an der Haltestelle des roten Busses ein. Dieser hatte reichlich Verspätung im Feierabendverkehr.

Nächstes Ausstiegsstation

Pfunds Molkerei in der Bautzener Str. in Dresden,

wo leider eine lange Schlange Einlassbegehrender vor der Tür wartete. Stattdessen habe ich im benachbarten Senfladen Senfsorten probiert und als Nachmittagsimbiss eine leckere Thüringer verzehrt. So spannend fand ich Pfunds dann doch nicht, Fotografieren innen ist verboten.

Dann musste ich mich sputen, um 18 Uhr stand eine Führung durchs

neue grüne Gewölbe

mit anschließender Besichtigungsmöglichkeit des historischen grünen Gewölbes auf meiner Tagesordnung.

im neuen grünen Gewölbe
im neuen grünen Gewölbe

Nach dem neuen grünen Gewölbe war ich aufgrund der Eindrücke eigentlich schon übersättigt und bin im Eiltempo durchs historische grüne Gewölbe galoppiert.

Achtung: im neuen grünen Gewölbe darf fotografiert werden, im historischen grünen Gewölbe NICHT und der Fotoapparat sowie alle Taschen, Rucksäcke usw. müssen abgegeben oder eingeschlossen werden.

Das stellte mich vor ein Problem, hatte ich doch nur das Ticket und die Knipse an der frau, alles andere lag im Hotel. Haste mal nen Euro (für das Garderobenfach) bei anderen Besuchern zu fragen erschien mir unangemessen. Ich fand Hilfe in Form des sehr hilfsbereiten Personals. Wie durch Zauberhand verschwand mein Fotoapparat in einem kostenlosen Verschlussfach direkt im Garderobenbereich.

Das neue grüne Gewölbe werden ich auf jeden Fall irgendwann noch einmal ohne Führung besuchen!

Im Ticket zur Stadtrundfahrt ist eine

Nachtwächterführung

inkludiert, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Zwischen dem Besuch im histiorischen grünen Gewölbe und dem Beginn der Nachtwächterführung um 21 Uhr schlenderte ich noch eine Stunde lang durchs abendliche Dresden.

Foto des Fürstenzuges von pixabay, https://pixabay.com/de/users/Tama66-1032521/

Die Nachtwächterführung war informativ und sehr sehr lustig. Unser Nachtwächter war eigentlich Holländer und hatte es faustdick hinter den Ohren. Leider konnte ich ihn nicht vernünftig aufs Foto bekommen. Ich war nicht die Einzige, die ihn ablichten wollte und er verlor ein paar Sätze zu DSGVO und so. Er hätte nichts dagegen, fotografiert zu werden, gerne auch mit Anfassen. Auf Letzteres haben alle Mitwanderer verzichtet 😉

Kultur ist anstrengend, insbesondere, wenn sie von Pflastertreterei begleitet wird! Ich war platt vom Tag und begab mich nach einer kleinen späten Mahlzeit ins Hotelzimmer in der Erwartung des geplanten dritten Tages.

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9 Gedanken zu “Dresden – ein anstrengender Tag 2

  1. Liebe Karen,
    Dresden ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Wir sind dieses Jahr auch dagewesen, haben allerdings nicht soviel gesehen wie Du, die Hitze hat uns ganz schön zu schaffen gemacht. Die Semperoper haben wir uns aber auch nicht entgehen lassen, aber als wir da waren, war die Bühne leider auch noch von einem Gerüst verdeckt.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang,
      Eurer schweißtreibenden Dresdenbesuch habe ich wohl gelesen. Als ich ankam, begrüßten mich auch noch 34 Grad. Glücklicherweise kühlte es in den Folgetagen etwas ab. Leider war es dann auch verhangen, wie man am Montag im Post zu meinem Besuch bei Bahnwärters sehen kann.
      Liebe Grüße
      Karen

  2. ich glaub du wirst demnäxt zur ehrenbürgerin JAPANS ernannt ;-DDD
    wat´n programm.
    der vater von einem freund hat damals zu DDR-zeiten die semperoper mit wiederaufgebaut – in freiwilligen, unbezahlten wochenendeinsätzen. da war er nicht der einzige. deswegen sind die leute besonders stolz auf diese oper.
    die molkerei ist eine schlimme touri-falle – DD hat wirklich interessanteres zu bieten als ein paar industrie-fliesen. echte kunst zum beispiel….
    insofern freue ich mich schon auf´n winter und die museen & ausstellungen!
    xxxxxx

  3. Liebe Karen, an Tag zwei war ja einiges los bei Dir. Von den Bildern der Semper Oper bin ich schwer beeindruckt, die muss ja fantastisch sein! Der gläserne Lift und die Seilbahn sind eher nix für mich. Toller Bericht!

    LG Kathrin

  4. Junge, junge, Karen! Du hast aber auch wirklich NICHTS ausgelassen *lach*.
    Aber ich kann das verstehen. WENN man schon mal da ist…
    Danke für die schönen Bilder und für’s mitnehmen.
    Hab ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße,
    Krümel

  5. Uff, liebe Karen, da hast du dir aber wirklich ganz schön die Füße platt gelaufen – trotz Zwischendurch-Busfahrt! Die Semperoper haben wir nur von außen gesehen – da es auch bei uns heiß war, bin ich angesichts deiner Schilderungen sehr froh darüber. Dafür waren wir 2 x beim Blauen WUnder, einmal mit Beate und einmal mit dem Schiff, denn bei uns gab’s ja zum Glück keinen Niedrigstand der Elbe. 50 cm ist echt heftig! Du hast jedenfalls einen sehr ergiebigen Tag und Abend gehabt!
    Alles Liebe nochmal, Traude

  6. Liebe Karen, da hast du deinen Tag ja dick voll gepackt. Aber Dresden ist ja auch eine sehr sehenswerte Stadt. Wir waren vor ein paar Jahren für einige Tage dort und konnten in der Semperoper auch ein Ballett sehen. Das war ganz wundervoll.
    Nach einem Tag Stadtbesichtigung qualmen die Füße. Ich hoffe, du hast es am nächsten Tag etwas ruhiger angehen lassen 😉
    Liebe Grüße
    Heike

  7. Schöne Bilder, liebe Karen!
    Endlich komme ich auch mal wieder hierher, obwohl ich augenblicklich meine Augen schonen muß.
    Puhh, aber so stickige Luft und dann in Gruppen los, das wäre auch nichts für mich! Ich bin lieber frei von solchen Zwängen, wobei das ja leider nicht immer möglich ist.

    18 Tonnen, wow! Ein ganz schöner Aufwand! Aber ein wunderbares Ambiente! Danke für das Teilen dieser wunderschönen Eindrücke!

    Ich fand auch die Documenta schon anstrengend, obwohl ich da nicht lange mit Gruppen unterwegs war, eher zu Zweit und mal hier mal da, mal dort.

    Da warst Du ja flott unterwegs und gleich so viele Aktionen an einem Tag. Das kann ich mir vorstellen, daß das alles anstrengend war. Ich hätte wohl nur zwei davon geschafft bzw. im Vorfeld eingeplant.

    Liebe Grüße
    Sara

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