Kampf gegen den Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler hat vielerorts den Buchsbaum derart kahl gefressen, das die Besitzer die Reste der Pflanzen entsorgt haben, weil sie den traurigen Anblick nicht ertragen konnten. Sogar zu eigenen Seiten Internet hat es dieser fiese Zuwanderer schon geschafft.

Als ich im letzten Jahr die ersten Zünslerraupen in unseren knapp 100 Meter laufender Buchsbaumumrandung fand, befürchtete ich das Schlimmste. Einige Pflanzen sahen ziemlich abgefressen aus.

Buchs am 22.4.2018 mal nicht mit Zünsler, sondern mit Aurorafalter.

Ich überlegte mir Alternativen  zum Buchsbaum und startete mit der Nachzucht von Immergrünem Gamander. Aus diesen Stecklingen hat leider kaum ein Pflänzchen den Winter überlebt. Von daher ging es in diesem Jahr weiter mit neuen Überlegungen zum Thema.

Kontrolle mit Absammeln kann ich mir bei der Menge an Buchsbaum nicht vorstellen. Und auch weitere, auf der oben verlinkten Seite empfohlene Bekämpfungsmethoden kommen für mich nicht in Frage.

Insektizid, ganz gleich ob biologisch oder chemisch kommt nicht auf unser Grundstück. Es schädigt nicht nur den Zünsler, sondern auch Nützlinge.

Schutz durch Abdecken mit Netzen? Sieht bestimmt sehr natürlich aus, wenn der gesamte Buchsbaum verhüllt ist. Christo lässt grüßen.

Eine Befallskontrolle mit einer Pheromonfalle lasse ich mir gefallen, dann weiß ich, wann die Biester aktiv sind. Der Buchsbaumzünsler wird aktiv ab Temperaturen, die konstant über 7 Grad liegen. Die Weibchen können also im Frühjahr durchaus, wie in diesem Jahr,  schon mal Anfang bis Mitte April mit der Eiablage beginnen. Diese Prozedur wiederholt sich in mehreren Generation, bis die Temperatur wieder konstant unter 7 Grad absinkt.

Buchs im Juni 2018

Bleibt noch die wissenschaftlich bisher nicht bewiesene Methode, den Buchs mit Algenkalk zu pudern. Dafür habe ich mich entschieden, wird dem Algenkalk doch nebenbei auch düngende Wirkung nachgesagt. 2 Fliegen (äh, Falter..) mit einer Klappe.

Damit es preislich einigermaßen lohnend ist, habe ich mir einen 25kg-Sack pulverisierten Algenkalk schicken lassen. Das war gut so, denn pro Kalkung geht eine ganze Menge an Kalk weg.

Ende Juni 2018, der Kalk ist seitlich sichtbar

Im April habe ich den Buchsbaum das erste Mal gekalkt. Ich sah nach der Prozedur aus, wie mit Mehl bestäubt. Weil es zu der Zeit schon nicht mehr regnen wollte, habe ich den Kalk behutsam mit dem Gießsstab etwas ins Innere der Pflanzen gespült oder es zumindest versucht. Hineinwaschen, nicht abwaschen, war das Ziel. Ist mir mittelprächtig gelungen.

August 2018

Der Vorteil der Trockenheit war, das ich nicht mehrmals nachkalken musste. Erst nach dem Buchsbaumschnitt habe ich abschnittsweise nachgelegt. Das war es dann auch für dieses Jahr, Regen kam ja kaum runter.

Juli 2018

Ich konnte Amseln und Meisen beobachten, die sich aus den äußeren Bereichen der Pflanzen Raupen pickten. Ob sie verzehrt wurden, konnte ich nicht beobachten, ich hoffe es mal.

Hier war ich schlampig mit der Kalkung, der Zünsler war aktiv

Ich stelle jetzt meine ganz persönliche These auf:

Nach Untersuchung der Pflanzen fand ich durchaus Zünslerraupen. Diese waren aber nicht, wie im Vorjahr, weit im Inneren der Pflanzen, sondern nur in den Randbereichen unterwegs. Entweder ist der Kalk so scheusslich, das diese Barriere nicht genommen wird (dann hätte der Buchs aber von innen kahl sein müssen, ist er aber nicht) oder schon die eierlegenden Weibchen wurden durch den Kalk abgehalten, ins Innere der Pflanzen zur Eiablage vorzudringen. Letzteres halte ich für wahrscheinlich, denn normalerweise fressen die Raupen sich von innen nach außen. Außen angelangt, ist die Pflanze quasi kahl. Ich fand die Gespinste nur in den Außenbereichen.

Aufnahmen vom 15.9.2018:
Etwas Sonnenbrand an Schnittstellen und auch vom Kalk sowie rostiger Belag vom eisenhaltigen Brunnenwasser. Die Kalkung ist seitlich immer noch erkennbar, so wenig Regen gab es hier.

Innen ist die Kalkung gut erhalten.

Schwer erkennbar, aber links neben meiner Hand sind Gespinste zu sehen, weiter nach innen sind die Raupen nicht vorgedrungen.

Wie sind Eure Erfahrungen und welche Methoden habt Ihr eventuell angewendet?

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15 Gedanken zu “Kampf gegen den Buchsbaumzünsler

  1. Hallo Karen,
    den Algenkalk hatte ich mir auch gleich Anfang des Jahres im 25kg Sack kommen lassen. Und die Dünge-Wirkung kann ich bestätigen. Meinem Buchs hat’s gut getan. Auch im Inneren (wo er vom letzten Jahr Zünslerfraß noch sehr kahl war) hat er wieder wunderbar ausgetrieben. Was jedoch die Resistenz gegen den Zünsler angeht: das hat bei mir leider nicht geklappt. Der hat munter weiter gezünselt. Gegen dieses Biest ist leider noch kein Kraut gewachsen.
    Liebe Grüße,
    Krümel

  2. Der Zünsler ist hier noch nicht angekommen. Lange wird das aber sicher nicht mehr dauern. Vorbeugend habe ich dieses Jahr nach dem Schnitt gekalkt. Da es ewig nicht geregnet hat, sah das diesen Sommer nicht so toll aus, aber was solls. Gift werde ich ganz sicher nicht einsetzen und mittlerweile finde ich den Gedanken an einen Garten ohne Buchs gar nicht mehr so schrecklich. Er macht nun mal viel Arbeit. Das Bestäuben mit Algenkalk scheint recht gut zu wirken. Ich drücke die Daumen, dass du deinen Buchs retten kannst.
    Liebe Grüße
    Heike

  3. isch abe gar keine buchsbaum……
    deine methode scheint tatsächlich zu funktionieren! drücke die daumen dass du die biester nachhaltig in schach halten kannst.
    mach mir ja nix aus diesen buchs-heckchen – zu ordentlich ;-D
    fröhliches gärtnern! xxxxx

  4. Oh je, was für ein Aufwand mit dem Zünsler. Da bin ich wirklich froh (toi toi toi), dass der meine Buchse noch nicht gefunden hat. Komme so ja schon mit der Arbeit kaum nach. Gut zu wissen, das das Stäuben vorbeugend doch eine Wirkung hat. Da gibt es doch glaube ich so Stäubergärte dafür oder? Im Biogarten wird ja öfter mal Algenkalk gestäubt, meine ich gelesen zu haben. Hattest du so ein Gerät? würde sich bei der Menge ja lohnen.
    Also in meinem Garten kann ich leider nicht behaupten, daß ich ohne Spritzmittel gegen Insekten auskommen. Ich verwende sehr gerne das Neem-Öl. Das hat wie jedes Jahr gegen die Kartoffelkäfer geholfen (drastisch eindämmen, auslöschen geht wohl eh nicht) und gegen die weiße Fliege im Kohl und durch den starken geruch vorbeugend gegen die Eiablage vom Kohlweißling. Und das schädigt auch nur die Insekten, die es essen. Und das sind die, die ich weg haben möchte. Also keine Bienen oder Ameisen oder oder oder, die nur damit in Berührung kommen. Gut bei dem ist, dass es von den Blättern der Pflanzen aufgenommen wird und sich darin verteilt. Man muß also die Fraßinsekten nicht direkt mit dem Spritzstrahl treffen, was bei der weißen Fliege immer auf Blattunterseite und eben bei deinem Zansler immer im inneren des Strauches ja auch schwierig wäre.
    Bei uns hat es jetzt mit dem Sturm/Orkan am Wochenende auch ma geregnet. Nun muß ich aber erst mal im Garten aufräumen, der Sturm hat viele Äste auch große abgerissen und überall im Garten verteilt. Naja irgendwas ist immer zu tun. Wünsche dir noch schöne Herbsttage im Garten, ohne Zünsler, der Achim

    1. Hallo Achim,
      nein, einen Stäuber habe ich nicht aber zwei gesunde Hände, hihi. Das geht ganz gut und der Algenkalk riecht für meine Nase sehr angenehm. Handschuhe brauche ich dabei schon, das trocknet die Hände sonst extrem aus. Hier hat es während unserer Urlaubsabwesenheit ganz ordentlich geregnet, wie der Regenmnesser zeigte. Und heute ist es richtig scheußlich, habe sogar aufs Radfahren verzichten müssen, um widerwillig ins Auto zu steigen. Ich hoffe für unseren Garten, das die vielen Nützlinge die Schädlinge im Griff haben und fördere deshalb die Nützlinge, wo es nur geht.
      Liebe Grüße
      Karen

  5. Hallo Karen,
    ich drück dir und dem Buchs beide Daumen … hier ist alles von Zünsler plattgemacht worden bzw. den Rest haben wir im letzten Jahr komplett entsorgt. Wäre ja klasse, wenn mit dem Algenkalk ein Mittel gegen die gefräßigen Biester gefunden wäre.
    Einen schönen Mittwoch und lieben Gruß, Marita

  6. Ich versuche es ja auch mit Algenkalk. Allerdings kann ich bisher noch keine Erfolge vermelden. Aus einer kleinen Buchskugel habe ich erst alle Zünsler abgesammelt, dann gekalkt und kurz darauf habe ich 18 (!) Stück herausgeholt. Momentan ist zwar Ruhe, aber ich fürchte nächstes Jahr beginnt das Spiel von vorne. Hier war der Zünsler dermaßen aktiv, dass manche Pflanzen innerhalb nur weniger Tage komplett kahl waren. Am Haus habe ich das Gefühl, verläuft die Invastion weniger aggressiv! Bei meiner sehr stark befallenen Hecke habe ich auch gekalkt und die Sache mit dem Netz ausprobiert. Ich war überrascht, aber man sieht das wirklich erst auf den zweiten Blick. Ich vermute zwar, dass meine Hecke nicht mehr zu retten sein wird, aber mich interessiert es einfach, wie das jetzt läuft. Darf ich Deinen Beitrag bei mir verlinken? Evtl. mit dem ersten Bild?
    Viele Grüße von
    Margit

  7. Liebe Karen,
    der Zünsler ärgert uns auch sehr. Algenkalk haben wir noch nicht versucht, werden wir dann aber im nächsten Jahr versuchen. Loretta versucht es mit einer selbstgemachten Mischung, deren Aufbau ich aber nicht kenne. Chemie kommt für uns auch überhaupt nicht in Frage. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg und ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  8. Wir haben den Kampf verloren, trotz sämtlicher Vorschläge und Methoden. Mein Garten ist nicht mehr mein Garten und meine Motivation inzwischen gleich null.
    Eine sehr traurige Stadtgartenbesitzerin!

    1. Liebe Astrid,
      das tut mir sehr leid für Dich. Als ich das erste Mal den Zünsler bei uns entdeckte, war ich entsetzt und dachte, ohne den strukturgebenden Buchs wäre mein Garten nicht mehr mein Garten. Inzwischen habe ich mich damit angefreundet, das es so kommen könnte und auch ich eines Tages ohne Buchs da stehe. Was nur mit viel Aufwand zu halten ist, muss gehen, da bin ich beinhart. Vielleicht habe ich dieses Jahr einfach nur Glück gehabt? Platz für was Neues heißt es dann und den Gedanken an eine Ersatzumrandung der Beete habe ich inzwischen aufgegeben. Bis es soweit ist, habe ich bestimmt eine Idee im Kopf. Ich möchte Dich ermuntern, Deinen Garten nun mit anderen Augen zu betrachten und neue Ideen zuzulassen, damit aus der traurigen Gärtnerin wieder eine Glückliche wird.
      Liebe Grüße
      Karen

  9. Der Zünslerfraß sieht aus wie der der Stachelbeerblattwespen-Raupen https://mein-waldgarten.blogspot.com/2018/07/wer-schmetterlinge-will-mu-raupenfra-in.html
    Ob der Kalk dagegen auch helfen würde? Das war ganz schrecklich mit diesen Raupen, im Nu waren ganze Zweige kahl!
    Auf den Buchsbaum möchte ich trotzdem nicht verzichten, ich habe auch ein paar wenige im Garten, einen ganz alten, der schon oft mit umgezogen ist, aber nicht so sehr groß, rundlich geschnitten und so einige Ableger von ihm, die erst noch groß werden müssen. Wohl eine langsam wachsende Sorte. ;-)Jedes Jahr stecke ich ein paar Abschnitte davon in die Erde, meist wachsen sie an. Allzuviel mag ich von ihm nicht abschneiden und neuen kaufe ich aus Prinzip nicht hinzu. Die Gefahr, sich die Raupen zu holen, ist dann sicher groß.
    Eine Freundin hatte lediglich den Buchsbaumpilz, der hat ihre Buchsbäume zwar auch ganz schön geschädigt, sie erholten sich großteils aber wieder. Es hat ja letztendlich jede Pflanze irgendeinen Feind.

    Liebe Grüße auch hier
    Sara

  10. nach einem monat raupensuche …auch die meisen haben mitgeholfen.. habe ich aufgegeben und werde alle buchsbäume ausreissen…in frankreich bei montélimar sind alle buchsbaumwälderohne blätter und braun… verheerend!
    liebe grüsse

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